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Start der neuen Serie „Verraten statt Beraten“

Editorial – Startschuss zur neuen Serie
Echtfälle zum Thema „Verraten statt Beraten“

 

Liebe Blogleserin, lieber Blogleser, ich sage es sehr ungern, aber es ist leider eine traurige Wahrheit:

Im Vertrieb von Finanz- und Vorsorgedienstleistungen werden Sie fast immer Verraten statt Beraten.

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Und hier finden Sie die Echtfälle:

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Vielleicht haben Sie das bisher nicht oder nur in eingeschränktem Umfang am eigenen Leib erlebt. Aber je mehr Sie sich selbst um Ihre Finanzen kümmern, das Kleingedruckte lesen und sich auf neutrale bzw. verbraucherorientierte Informationen stützen, desto mehr werden Sie zustimmen.

Als im Mai dieses Jahres (2022) das gemeinsam von Dipl.-Psychologen Ulrich Bosetti und mir geschriebene Buch „Beraten statt Verraten“ erschien, war die Reaktion so gegensätzlich, wie man es sich kaum vorstellen kann.

 

Startschuss zur Serie Verraten statt Beraten Hartmut Walz Finanzblog
(Bei Klick Video zum Startschuss zur neuen Serie auf Youtube ansehen.)

 

Auf der einen Seite

Auf der einen Seite eine Vielzahl von sehr positiven – oftmals extrem emotionalen – Rückmeldungen von Privatpersonen, die sich selbst als „Opfer“ und Geschädigte schlechter und durch Eigennutz ihrer früheren Finanzprodukteverkäufer (FPV) geprägter Vertriebsgespräche erlebten.

Menschen, die den größten Teil ihrer Ersparnisse verloren haben durch „legalen Betrug“, Provisionsschinderei und ständige Umbettung von einem schlechten Produkt ins nächste ebenso schlechte.

Viel Schulterklopfen, zahlreiche bestätigende Beispiele und Angebote, die persönlich erlebte Schlechtberatung öffentlich zu machen.

Überwiegende Resonanz: „Beraten statt Verraten“ ist ein gutes und wichtiges Buch. – Warum ist es nicht 20 oder 30 Jahre früher erschienen? Das hätte mir ein Vermögen gespart bzw. meine Altersvorsorge gerettet.

warum ist BERATEN STATT VERRATEN nicht früher erschienen hätte Vermögen gespart

 

Auf der anderen Seite

Auf der anderen Seite ein weitgehendes Ignorieren bei den meisten Fachorganen der Finanzdienstleistungsbranche. Obwohl Verlag und Autoren alle Redaktionen von Versicherungs-, Bank-, Bausparkassen- und sonstigen Finanzdienstleistungsmagazinen usw. kontaktierten, war die Reaktion einfach meist „Stille“.

Auch der Versand von kostenlosen Belegexemplaren an die wichtigsten Redaktionen erwies sich als Fehlinvestition. Kaum Reaktionen oder Kommentare.

Weithin Kopf in den Sand – das geht uns alles nichts an – die Welt ist schön und die aktuelle Regierung und ihre Vorgänger haben doch dem Status-quo in Sachen Finanzdienstleistungsvertrieb auf absehbare Zeit den Weg geebnet.

Realistischer Weise sollten wir davon ausgehen, dass die kostenlosen Belegexemplare einer zumindest aus Sicht der Empfänger optimalen Verwendung zugeführt wurden. Entweder haben sie eine „tragende Rolle“ unter einem Tischbein gefunden, wenn der Redaktionstisch wackelte. Oder sie werden mittels „thermischer Endverwertung“ dazu beitragen, im bevorstehenden Winter den einen oder anderen Raum trotz Gassparens warm zu halten…

 

Dazwischen

Zwischen Bestätigung und Ignorieren steht die Berichterstattung über „Beraten statt Verraten“ in unzähligen regionalen Zeitungen sowie der überregionalen Presse wie z.B. der Financial Times, der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung oder dem ManagerMagazin.

 

Das immer gleiche Abwehr-Muster

Wir als Autoren sind über die sehr gespaltene Reaktion und das Ignoriert werden durch die meisten Fachverlage keineswegs verwundert: Wenn man üble Missstände beim Namen nennt und mit konkreten Fakten unterlegt, wird man mit dem immer gleichen Abwehr-Muster konfrontiert.

Das sieht dann meist so aus:

Die Betroffenen ducken sich weg und stellen sich tot – nur keine Öffentlichkeit. Oder die Kommunikation der Betroffenen klingt wie folgt:

Ja, die geschilderten Tatbestände treffen zu, dem von Ihnen angeprangerten Fall und der Darstellung widersprechen wir überhaupt nicht. Und es tut uns ja auch sooooo leid, was da passiert ist. Aber es ist ein absoluter Einzelfall, der nicht verallgemeinert werden darf. – Wir haben doch 99% glücklicher und hochzufriedener Kunden. Und Sie haben nun gerade das eine Prozent von Beratungsunfällen und schwarzen Schafen herausgegriffen. In Wahrheit ist alles in bester Ordnung und sollte einfach so weitergehen wie bisher.

 

Wirklich???

Dann schauen wir doch mal – wie es mit den „einzelnen Beratungsunfällen“ und „einzelnen schwarzen Schafen“ tatsächlich so aussieht.

Mit der Serie „Verraten statt Beraten“ möchten wir im Interesse des Verbraucherschutzes – also in Ihrem Interesse – aufzeigen, dass Fehlberatungen zum Schaden der Verbraucher und Kunden nicht zufällige Einzelfälle sind.

Sondern leider der völlig normale Regelfall.

Und dass Ihnen in sehr vielen Fällen durch die Finanzdienstleister einfach zu viel Butter vom Brot genommen wird. Manchmal fehlt am Ende sogar das Brot. Dann wurden Sie leider Verraten statt Beraten

 

Die neue Serie

Echte, unabhängige Berater berichten über echte Fälle, wie sie ihnen von geprellten Verbrauchern vorgelegt wurden. Alle Fälle sind auf ihre Wahrheit und sachliche Richtigkeit geprüft. Wo immer es geht, werden Vertragsname und Gesellschaft genannt.

Bleiben Sie also gefasst, wenn

  • Sie in den Beiträgen dieser Serie erfahren, wie der Finanzdienstleistungsvertrieb ganz überwiegend tickt und
  • Sie sich selbst in manchem Fall buchstäblich wiedererkennen.

Denn Sie sind kein bedauerlicher Einzelfall. Sondern Sie sind wahrscheinlich ein typischer Repräsentant der Kundenseite.

 

Startschuss

Wenn ich jetzt sage: Freuen Sie sich auf die neue Serie… – Dann klingt das in etwa so, wie: Freuen Sie sich auf Ihren nächsten Zahnarzttermin.

Aber ich verspreche Ihnen, nach jedem Gastbeitrag haben Sie das leicht dumpfe, aber stolze Gefühl wie nach einem Zahnarztbesuch  🙂

das leicht dumpfe, aber stolze Gefühl wie nach einem Zahnarztbesuch

 

Nächste Woche geht es los mit dem ersten Echtfall! Schon mal weitersagen!

Und hier finden Sie die Echtfälle:

 

Herzliche Grüße, auch von Co-Autor Ulrich Bosetti!
Hartmut Walz
Sei kein LeO!

 

Erschienen am 02. September 2022. Verlinkung auf Video & Echtfälle sukzessive ergänzt.
Der Hartmut Walz Finanzblog ist unabhängig, kosten- und werbefrei. Ich erhalte für Links und Empfehlungen keinerlei Honorar, Kick-back, Beteiligung o. ä.

 

 

 

 

8 Gedanken zu „Start der neuen Serie „Verraten statt Beraten““

  1. Im Schenkungsrecht gilt Schweigen ja als Zustimmung und Annahme (§ 516 Abs. 2 Satz 2 BGB). Und da von der Fachverlagen keine Reaktionen kamen, so kann das doch mit Freude zur Kenntnis genommen werden 😉

    Antworten
    • Liebe/r R. Gebhardt – eine nette Interpretation von Schweigen.
      Aber davon ganz zu schweigen, gibt es ja auch Stillschweigen, Todschweigen usw. Ich bin ja friedlich. Aber diese Friedhöflichkeit ist nicht gut. Ich bin doch kein LeO! 🙂
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Ich bin kein LeO!

      Antworten
  2. Vielen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz, lieber Herr Prof. Walz! Ich habe regelmäßig Tränen in den Augen, wenn mich wieder jemand NACH einem teuren Besuch bei den Finanzproduktverkäufern kontaktiert. Die Widerrufsfrist ist gerade abgelaufen, die Provisionen für 3 Bausparverträge, 3 überteuerte unausgewogene Fondssparpläne und einen Berufsunfähigkeits-Basisrenten-Koppelvertrag sind futsch. Und dann erkläre ich möglichst behutsam, warum diese Produkte nach meiner Einschätzung nicht ganz zu den Anlagezielen passen. Ich fürchte, diesem Blog wird das Material nicht ausgehen. Aber ich helfe gerne bei dieser wichtigen Aufklärungsarbeit mit.
    Sonnige Grüße aus bella Napoli,
    Tobias Weiß

    Antworten
    • Lieber Tobias Weiß, herzlichen Dank für Ihre Bestätigung – und Ihr Aufklärungsmithilfeangebot nehme ich gern an – ja, Aufklärung tut Not! Und wir sollten dabei ruhig Ross und Reiter unseriöser Anbieter und Mittler nennen.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  3. Das Problem ist die massive Unkenntnis der Verbraucher bei Finanzfragen – denn nur wer keine Ahnung hat, bietet überhaupt erst die Möglichkeit dafür an, betrogen oder verraten zu werden. Daher darf man keine Symptombekämpfung betreiben und versuchen eine Branche zu maßregeln, die sich realistisch gesehen nicht maßregeln lässt, sondern muss an der Wurzel des Problems ansetzen: Und das ist die Finanzbildung von Kindern und Jugendlichen und von Erwachsenen. Gehen Sie in die Schulen der Republik und zu den Menschen und wecken Sie Begeisterung für Finanzfragen und das eigene managen von Geldanlage und Co. Damit werden Sie perspektivisch wesentlich mehr erreichen als der aussichtlose Kampf gegen Windmühlen à la Don Quijote.

    Antworten
    • Lieber Heinz, bitte erlauben Sie, dass ich Ihnen respektvoll widerspreche.
      Mit aller Finanzbildung der Welt werden Sie Verbraucher nicht davor bewahren, in die Psychofallen der FPV zu tappen und deren „zauberhaften“ Tricks zu erliegen. Ich bin durchaus für Finanzbildung. Diese ist sicher notwendig. Aber keineswegs hinreichend. Und wenn die Finanzbildung dann noch von Mittlern und Verkäufern durchgeführt wird, wie in meinen Studien zu Volkshochschulen und CareerCentern an Hochschulen nachgewiesen – oder vom Bankenverband als „Lehrerfortbildung“ angeboten, dann wird der Bock zum Gärtner gemacht.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  4. Ich denke das Problem oder die Schuld liegt zunächst vor allem in der Vergütungsstruktur von Finanzprodukten, die entsprechende, manipulative Vertriebspraktiken nach sich ziehen. In der zweiten Ebene sind die Produkte dann viel zu oft auch noch sehr schlecht.

    Drittens, in längeren Zeiträumen gedacht, werden wir immer mit neuem (Entschuldigung) Müll aus der Finanzindustrie beglückt wie z.B. Riester, Rürup, pseudogrüne Fonds garniert mit irgendwelchen verschwurbelten Gebührenkonstrukten die niemand mehr versteht. Eben irgendwie auch immer wieder alter Wein, geschickt in neuen Schläuchen verpackt.

    Meiner Meinung nach kann nur ein grundsätzliches Verbot entsprechender Vergütungsstrukturen von Finanzprodukten der Beginn sein hier Abhilfe zu schaffen. Die Tatsache das wir uns seit Jahrzehnten mit derartigen Missständen konfrontiert sehen, zeigt für mich die unglaubliche Dimension des Finanzlobbyismus in Deutschland und es geht hier mir hier nicht darum irgendeine Regierung dafür besonders zur Verantwortung zu ziehen. Wir haben m.E. viel mehr ein strukturelles Problem.
    Sogar den CUM-EX Steuerraub arbeitet man nun weiter auf, warum dann nicht auch dieses Thema?

    Freundliche Grüße
    Philipp Hansert

    Antworten
    • Lieber Philipp Hansert, Ihren Überlegungen kann ich ganz überwiegend zustimmen. Sie arbeiten sich von Ebene zu Ebene, von Symptom zur Ursache und Ursache der Ursache in die Tiefen der Problematik herunter. Letztendlich leiden Kunden und Bürger unter einer völlig unzureichenden und verbraucherunfreundlichen Gesetzgebung und Rechtsprechung. Da hilft es auch wenig, dass wir mit höchstrichterlichem Segen Altersvorsorge über Lebensversicherungen als LEGALEN BETRUG bezeichnen dürfen.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
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Prof. Dr. Hartmut Walz
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