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Gelassen bleiben

Bleiben Sie gelassen
Lassen Sie sich nicht verrückt machen!

Viele Blogleser verfolgen die Entwicklung der Aktienmärkte in den letzten Tagen mit zunehmender Sorge und fragen bei mir an, ob sie angesichts der jüngsten Kursrückgänge kaufen, verkaufen oder am besten nichts tun sollten.

Wer mich und meine Orientierung an einer strikt wissenschaftlichen Investitionsstrategie kennt, weiß, dass ich exakt das gleiche tue, was ich auch während der Subprime-Krise, dem Corona-V und Ausbruch des Ukraine-Kriegs gemacht habe…

Ich halte die Füße still.

gelassen, bleiben, nicht verrückt machen lassen

Das rate ich auch weiterhin jedem, der ohnehin schon verantwortungsvoll, also maximal robust und möglichst breit streuend investiert war und ist. – Und nur mit Geld in Aktien investiert ist, das nicht kurzfristig benötigt wird.

Es macht keinen Sinn, mit dem Auto zu bremsen, nachdem es geblitzt hat.

Wie man Klumpenrisiken durch breite Streuung und gegebenenfalls Beimischung eines „Anti-Klumpen“-Mittels stark reduzieren kann, wissen Blogleser auch:
Blogbeitrag Die Anti-Klumpen-Lösung für Ihr Aktien-ETF-Depot

Die Fakten

Nach einer „völlig überraschenden“ Trump-Rallye (Finanzmärkte sind immer überraschend!), nach der US-Wahl und bis Mitte Februar 2025, sehen wir nun in fast allen wichtigen Aktienindizes Kursrückgänge.

Diese sind umso stärker, je

  • unmittelbarer sie zuvor vom Trump-Hype getrieben wurden und
  • je enger

Im Nasdaq Composite[1] beträgt das Minus vom Jahresbeginn bis 03.04.2025:  –16,4% (vom Höchststand im Februar sogar minus 17,4%).

Beim völlig zu Recht als US-lastig und technologielastig kritisierten MSCI World-Index beläuft sich das Minus vom Jahresbeginn bis 03.04.2025 auf –12,4% (seit dem Februar-Hoch auf minus 15%). Das ist also nur wenig besser.

Selbst Investments in den MSCI ACWI IM-Index oder den FTSE All-World-Index liegen vom Jahresbeginn bis 03.04.2025 mit knapp –10% im Minus.

Investments auf den auch von mir als „Anti-Klumpen-Mittel“ ins Gespräch gebrachten MSCI World ex USA-Index haben zwar Zwischengewinne von über 10% wieder verloren, haben jedoch mit einem Minus von –1,4% vom Jahresbeginn bis 03.04.2025 erwartungsgemäß zur Portfolio-Stabilisierung beigetragen.

Wer den US-Fokus durch Länder- oder Regionen-ETFs senkte, konnte sein Depot ebenfalls stabilisieren. Beispielsweise liegen Investments in den EURO STOXX 50-Index vom Jahresbeginn bis 03.04.2025 noch mit +2,5% im Plus.

Und auch Gold hat vom „zer-trumpelten“ Porzellan nochmals profitiert – und somit zur Beruhigung von Portfolios beigetragen. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus auf Dollarbasis über +18%, auf Eurobasis rund +14%. Verlängert man den Horizont auf die Jahressicht, so belaufen sich die Gewinne auf +36% im Dollar und +33,3% im Euro[2].

 

Die Interpretation

Es ist ein Szenario eingetreten, welches zwar nicht prognostizierbar war (niemand kann Finanzmärkte prognostizieren! – Videoserie Prognosefrei investieren),

…aber das völlig im Bereich des Denkbaren bzw. Möglichen lag. Also kein Schwarzer Schwan und kein völlig überraschendes Ereignis.

Trump macht aktuell das, was sein Name schon sagt – er trampelt elefantenhaft durch den Porzellanladen[3]. Das sollte uns geopolitisch und militärstrategisch mehr sorgen als finanziell.

Denn entweder geht die Welt unter – dann brauchen wir uns keine Sorgen um unser Portfolio zu machen.

Oder der Spuk geht früher oder später vorbei. Ddas zerbrochene Porzellan wird (vielleicht überraschend schnell) wieder ersetzt und die Märkte streben zu neuen All-Time-Highs… so, wie sie es schon immer und ohne jegliche Ausnahme taten, seit es Märkte überhaupt gibt.

 

Prognosefrei bleiben, robust aufstellen

Ich bleibe auf alle Fälle prognosefrei und kann mir auch das Szenario vorstellen, dass die Weltwirtschaft durch geopolitische Spannungen, Protektionismus und Wirtschaftskriege sowie nicht zuletzt Umweltprobleme (insbesondere Klimawandel) längerfristig unrund läuft – und die „fetten Zeiten“ zunächst oder sogar dauerhaft vorbei sind.

Jedoch ist zu bedenken, dass auch in einem solchen Szenario die Flucht aus den Aktien nicht unbedingt klug ist.

Denn die Kombination von – möglicherweise – höherer Inflation und durch die Zentralbanken niedrig gehaltenen Zinsen könnte auch Anlagen im Geldvermögen (Anleihen, Einlagen auf Konten) unattraktiv machen. In Szenarien, in denen die Rendite für Aktiensparer also längerfristig mager ist, ist es wahrscheinlich, dass Zinsanlagen sogar einen negativen Realzins erzielen.

Auch in einem solchen Szenario wäre es lohnend, zumindest mit einem Teil seines Vermögens die Equity Prämie (Eigenkapitalprämie) zu kassieren. (Mehr zur Equity Prämie hier: https://hartmutwalz.de/smart-beta-etfs/ )

 

Schlussfolgerung
Und was bedeutet das nun konkret für Sie

Wenn Sie sich bisher robust aufgestellt haben und Ihren Aktienanteil handwerklich sauber gemäß Ihrer Risikoneigung und Ihrem Anlagehorizont wählten, sollten Sie im Augenblick keine Veränderungen vornehmen.

Chancen und Risiken von hektischen Anpassungen (rein und raus) halten sich die Waage und sind hochgradig unsicher.

Sicher sind jedoch die Kosten und ggfs. auch steuerliche Nachteile, wenn Sie aufgelaufene Kursgewinne nun angstgetrieben realisieren, nur um wenig später Ihr Geld neu anzulegen.

Man kann es nicht oft genug sagen: An der Börse wird nicht geklingelt und wer in „Krisenzeiten“ aussteigt, verpasst häufig den rechtzeitigen Wiedereinstieg.

Es ist und bleibt langfristig riskanter, an den Aktienmärkten nicht investiert zu sein als dort langfristig und robust investiert zu sein.

Machen Sie sich keine Sorgen um Ihr Geld – Sie haben doch schon genügend Sorgen in anderen Bereichen.

Lassen Sie sich nicht von Crashpropheten und Finanzpornografen aus der Ruhe bringen. Die wollen nur an Ihrer angstgetriebenen Aktivität verdienen.

Lesen Sie lieber die versachlichenden Erkenntnisse in den beiden Leselinks zum Thema „An der Börse wird nicht geklingelt“ und zur Erkenntnis, dass Market Timing langfristig nicht funktioniert:

 

Und hier noch ein beruhigendes Viertelstündchen Audio-Podcast (mit Roman Jaburek):
5 wichtige Erfolgsfaktoren einer langfristigen Geldanlage

 

Ich hoffe, diese Einordnung konnte Sie inmitten des aktuellen Alarmismus beruhigen, im besten Falle bestätigen. Hat Ihnen dieser Blogbeitrag geholfen? Kommentieren Sie gern im Anschluss.

Und bleiben Sie gelassen.

Herzliche Grüße
Hartmut Walz
Sei kein LeO!

[1] Nasdaq Composite: größter Aktienindex an der NASDAQ (elektronische Börse in New York) mit über 3.000 Unternehmen überwiegend aus dem Technologiesektor.

[2] Die unterschiedlichen Angaben werden gemacht, da der Goldpreis weltweit in US-Dollar ausgewiesen wird, für Anleger in Deutschland jedoch meist die Euro-Werte interessanter sind.

[3] Sie bemerken schmunzelnd, dass Herr Walz in absehbarer Zeit keine USA-Reise plant.

 

Beitrag erschienen am 04. April März 2025.

Der Hartmut Walz Finanzblog ist unabhängig, kosten- und werbefrei. Ich erhalte für Links und Empfehlungen keinerlei Honorar, Kick-back, Beteiligung o. ä. Mich nährt nur die Anerkennung ehrbarer Menschen. Und die Vision, dass Deutschland ein ehrlicherer Platz für Sparer und Vorsorgende werden wird.

13 Gedanken zu „Gelassen bleiben“

  1. So ist es, irgendwann kommt sie die starke Korrektur , man weiß vorher nie was der Grund bzw. der Auslöser ist. Und da jede Krise anders ist als alle anderen zuvor, kann auch keiner sagen was nun genau passiert und wie lange es geht.
    Auf dem Papier bin ich aktuell bezogen auf meinen gut diversifizierten Risikotopf rund 15,3% ärmer geworden. Aber auch der vorherige Gewinn war ja nicht realisiert und nur auf dem Papier. Hätte ich die Gewinne vorher tatsächlich alle durch Totalverkauf am Höchstpunkt realisiert, sähe es auch nicht viel anders aus als jetzt, da ja die Steuern in echt abgeflossen wären.

    Inzwischen knabbern die ersten Indices an den 20% minus und auch die Ex-USA Indices rauschen wg. der Zollproblematik in den Keller – leider sind die aber vorher nicht so gestiegen, wie die US-Werte. Die Dollar-Abwertung wirkt leider auch nicht positiv (zuvor habe wir ja vom Dollarkurs profitiert). Aber: z.B der S+P 500 ist gerade mal beim Stand von August 2024 angekommen, obwohl er 20% gefallen ist.

    Es bleibt nichts als abzuwarten. Da ich in der Entnahmephase bin ist der Risikotopf ohnehin schon vor dem Abschwung bei knapp 60% gewesen. Ich hatte ihn vor dem „Crash“ von 65 auf 60 runtergefahren, da ich mich doch dauerhaft etwas risikoarmer aufstellen wollte. Inzwischen sind es durch das Abschmelzen der Aktien-ETF noch nur noch 55%. Damit ist die Zeit für ein Rebalancing hin zu wieder 60% Aktien noch nicht gekommen. Dafür müsste es noch weiter runter gehen.

    Abwarten, Tee trinken und hoffen, dass es bei, vielleicht heftigen, Börsenturbulenzen bleibt und nicht was richtig Schlimmes passiert. Die Zeiten sind ja bekanntermaßen etwas abgedreht…
    In der Entnahmephase bin ich wirklich auf die Kohle angewiesen und bei mir haben sich gerade große (Papier)gewinne in Luft aufgelöst. Trotzdem oder gerade deswegen ist mein Rat an die Zweifelnden (sofern nicht in gehebelten oder anderweitig richtig risikobehafteten Anlagen (nur Mag 7 etc.) unterwegs): Ruhe bewahren und im Sparplan weiter nachkaufen. Keine Verluste durch Verkauf realisieren.

    Antworten
    • Lieber Karl, danke, dass Sie Ihre Einschätzungen und Erfahrungen mit uns teilen.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz- Sei kein LeO!

      Antworten
  2. Vielen Dank für die „beruhigenden Worte“. Dank Ihres Blogs und Newsletters bzw. der YouTube-Videos habe ich mein Portfolio sehr breit aufgestellt und bin auch in dieser Phase entspannt. Ich habe auf mein Kerninvestment FTSE All World zwei Sparpläne laufen (zum 01. und 15. des Monats) und habe die Sparraten heute erhöht. In einigen Monaten werden wir zurückschauen und feststellen, dass sich der Markt wieder erholt hat und wir werden froh sein, nicht in Panik verkauft zu haben.

    Beste Grüße
    Thomas K.

    Antworten
    • LieberThomas Kiefmann, auch Ihnen herzlichen Dank für Ihre Einschätzung und das Berichten Ihrer persönlichen Reaktion auf die Marktkorrektur. Ich stimme Ihnen völlig zu und habe nichts hinzuzufügen.

      Weiterhin alles Gute, Gesundheit und Gelassenheit – wobei die Gelassenheit ja auch gut für die Gesundheit ist… 😉

      Herzliche Grüße, Hartmut Walz- Sei kein LeO!

      Antworten
  3. Hallo Herr Prof. Dr. Walz,

    das Timing ist immer schlecht wenn es nach unten geht aber es geht sicherlich irgendwann auch wieder nach oben. Ich sehe das aber durchaus auch als Chance. Ich bin mitten im Umbau meines Depots hin zu ETF. 35% konnte ich noch zuvor verkaufen (das war natürlich Glück), die anderen 65% sind entsprechend gefallen. Das kann ich jetzt nicht mehr ändern aber ich kann diese mit geringeren Gewinnen verkaufen und muss mir nicht so viel Gedanken um das aufholen der Rendite machen.

    Grüße … ArnoN

    Antworten
    • Lieber Arno, danke für Ihr Statement und den Blick auf Ihre aktuelle Situation.

      Ich bewerte diese noch positiver als Sie, denn was Sie beim Verkauf der – wohl suboptimalen und zu teuren bisherigen Anlagen verlieren, sparen Sie nun gleichzeitig durch günstigere Einstiegskurse. Die Fachleute nennen dies einen „perfect hedge“.

      Wenn Sie nun noch darauf achten, dass Ihr künftiges Portfolio Ihrer Risikoneigung und -tragfähigkeit entspricht, haben Sie handwerklich alles richtig gemacht und sich Ihren guten Nachtschlaf verdient 😉
      Denn der Rest liegt wirklich außerhalb unserer Macht und ist von uns nicht beeinflussbar.

      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  4. Heute wäre eigentlich nach ein paar Monaten Pause die Ausführung meiner ziemlich exotischen Sparpläne in Höhe von 5*500€ bei Scalable dran gewesen.
    Und was lese ich? Dreimal Sparplan abgelehnt: Order erstellt um 11:07:30, Order abgelehnt um 11:07:30
    Und bei den anderen beiden taucht der Sparplan gar nicht mehr bei den Transaktionen auf.

    Antworten
  5. Sehr geehrter Prof. Walz,

    vielen Dank für Ihren Aufruf zur Gelassenheit!
    Vielleicht können Sie mir bei einer Irritation helfen – natürlich ist jede Krise anders und die jeweils aktuelle ist natürlich immer subjektiv die schlimmste. Geopolitische Spannungen, Protektionismus und Wirtschaftskriege und der Rückgang der durchschnittlichen Aktienrendite sind nicht neues; nimmt man aber noch die Klimakatastrophe hinzu und nimmt an, dass die „fetten Zeiten“ sogar dauerhaft vorbei sind und ewiges Wirtschaftswachstum nicht möglich ist, wie kann man dann sicher sein, dass trotzdem „die Märkte zu neuen All-Time-Highs streben… so, wie sie es schon immer und ohne jegliche Ausnahme taten, seit es Märkte überhaupt gibt.“
    Ich wäre sehr froh und bin sehr gespannt, was sie mir dazu schreiben können!
    Beste Grüße
    Till

    Antworten
    • Lieber Till, Ihre Frage ist wohl durchdacht und keineswegs „trivial“. Sie verdient eine ausführlichere Antwort.

      Als ordentlich ausgebildeter und ideologiefreier Hochschullehrer orientiere ich mich an dem wissenschaftlich fundierten Ansatz prognosefreien Investierens. Ganz nach meinem Lieblingsmotto: „Alles kann passieren – auch das Gegenteil!“.

      Kluge Investoren können die Ambiguität – also Mehrwertigkeit zukünftiger Entwicklungen aushalten und fixieren sich nicht auf ein Szenario. Das von Ihnen skizzierte Szenario einer längerfristigen Seitwärts- oder sogar Schrumpfungsphase ist vielleicht nicht sehr wahrscheinlich aber auf alle Fälle nicht ausgeschlossen – gerade wenn man die Umweltzerstörung und den Klimawandel mitbedenkt.

      In einem solchen Extrem-Szenario kann das nächste „All-Time-High“ etliche Jahre auf sich warten lassen. Aber das hatten wir auch schon – denken Sie nur an die Weltwirtschaftskrise oder auch den Japanischen Aktienmarkt. Jedoch führt allein schon die Inflation geradezu zwangsläufig zu langfristigen All-Time-Highs, was unseren Blick völlig zu Recht auf die Frage „Sachvermögen oder Geldvermögen“ richtet.

      Schlussfolgerung: Selbst in dem von Ihnen angesprochenen Negativszenario wäre die Abkehr von Aktien als Sachwertanlage nicht empfehlenswert, sondern vielmehr eine Portfoliostruktur, in der unterschiedliche Assetklassen von Geld- und Sachvermögen eine Balance der unterschiedlichen Risiken ermöglichen, die in diesem Leben einfach unvermeidlich sind. Denn risikolose Anlagen gibt es erst im nächsten Leben und diese Erfahrung wollen wir doch noch möglichst lange hinausschieben… 😊

      In diesem herzlichen Sinne und er frohen Erwartung, dass sowohl Sie als auch ich das nächste All-Time-High (bald) erleben!

      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  6. Herzlichen Dank wieder einmal für die sachliche und ehrliche Einordnung von Ihnen!
    Falls ich Geld übrig habe aufgrund kurzfristiger privater Umstände, wäre jetzt also ein Zeitpunkt zum Kauf von ETF Fonds (breit gestreut) sehr überlegenswert? Eine in der Tendenz eher gute Kaufgelegenheit ist derzeit anzunehmen, oder? Im Augenblick keine Veränderungen vornehmen gilt dann aber nur für Verkäufe, oder? Oder gilt das so generell auch für Käufe?
    Vielen herzlichen Dank!

    Antworten
    • Lieber Peter Lutschiger, vielen Dank für Ihre wirklich sehr fundierte Frage.

      Durch die eingetretenen Kurskorrekturen ist bei sehr vielen Aktien und Indizes ein „irrationaler Überschwang“ (irrational exuberance, Robert J. Shiller) deutlich zurückgenommen worden.
      Also ist klar, dass das Platzen eines Luftballons unwahrscheinlicher wird, nachdem schon etwas Luft abgelassen wurde.

      Eine Garantie, dass er nicht noch weiter schrumpft, ist das aber nicht, d.h. die Zukunft ist nach wie vor unsicher und Prognosen unmöglich.

      Ich bin davon überzeugt, dass ich den Lesern den größten Dienst erweise, wenn ich die Dinge einigermaßen einfach halte (KISS-Prinzip) ohne jedoch trivial zu werden.

      Daher bin ich froh, wenn die Anleger derzeit nicht in Panik verkaufen, sondern einfach die Füße still halten.

      Dass viele in der aktuellen Stimmung Aktien nachkaufen, was unter dem Gesichtspunkt des „Rebalancing“ sinnvoll wäre, wage ich kaum zu hoffen. Und dieses Rebalancen hätte in den letzten Monaten der irrationalen Übertreibung ja auch zu einem Verkauf von Aktien und Kauf von Anleihen führen müssen, was jedoch kaum jemand gemacht hat.

      Kurzum: Nach der „reinen Lehre“ wären Stand 4.4.2025 erste Nachkäufe aus Gründen des Rebalancing bedenkenswert.

      Aber realistisch und praxisorientiert bin ich völlig zufrieden, wenn die Bürger aktuell zumindest keine Aktien oder Aktien-ETFs verkaufen, sondern einfach die Füße still halten 😉

      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  7. Hallo Herr Walz,

    vielen dank für den wertvollen Beitrag. Ich baue gerade ein Portfolio auf der grünen Wiese auf, es sind also keine Altlasten vorhanden. Klumpenrisiken will ich gerne vermeiden. Mit mehr als 50% USA fühle ich mich nicht wohl. Würden Sie eher zu einem Welt ETF mit nachgewürzten Regionen (Europa, EM) oder zu einer Kombination aus S&P 500, MSCI World Ex USA und Emerging Markets tendieren? Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

    Antworten
    • Lieber Richard, danke für Ihre glasklare Frage.

      Die ebenso klare Antwort lautet, dass beide Wege für den „grüne Wiese“-Anleger gleichermaßen gut sind. Es ist wirklich einfach Geschmacksache und persönliche Präferenz. Auch kostenmäßig machen die beiden Alternativen keinen signifikanten Unterschied.

      Nur scheinen Sie bei Ihrer Nennung Ihrer zweiten Alternative einen europäischen Index übersehen/nicht erwähnt zu haben. Denn hier müsste m.E. der europäische Aktienmarkt noch ein wenig verstärkt werden.

      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kei LeO!

      Antworten
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Prof. Dr. Hartmut Walz