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Wie man schwierigen Märkten standhält

Wie man schwierigen Märkten standhält
Gastbeitrag von
Chris Hofmann, Senior Sales Specialist, Vanguard Deutschland und Österreich

Die Ereignisse in der Ukraine stellen die Entschlossenheit von AnlegerInnen verständlicherweise auf die Probe. In solchen Zeiten ist es am besten, sich nicht von langfristigen Plänen und guten Strategien abbringen zu lassen.

Der Krieg in der Ukraine hat bereits viele Menschen das Leben gekostet und unermessliches Leid verursacht. Die wirtschaftlichen Reaktionen, darunter auch Sanktionen, haben zu Marktturbulenzen und Besorgnis darüber geführt, was wohl als nächstes kommen mag. Eine emotionale Reaktion ist daher verständlich.

Bei der Geldanlage widersteht man jedoch am besten dem Drang, sofort zu handeln. Das ist nicht einfach. Doch in einer Situation wie dieser lohnt es oft, Emotionen aus Anlageentscheidungen herauszuhalten.

Vanguard hat mehr als zwei Dutzend geopolitische Ereignisse der letzten 60 Jahre untersucht, die zum Teil die Märkte in großen Aufruhr versetzt haben. So wollen wir eine Perspektive darauf bieten, wie die Finanzmärkte in den kommenden Monaten reagieren könnten.

 

Geopolitische Verkaufswellen waren häufig von kurzer Dauer

 

Mäkte - geopolitische Verkaufswellen waren häufig von kurzer Dauer

Quellen: Vanguard-Berechnungen, per 31. Dezember 2021, anhand von Daten von Refinitiv.

Hinweise
Die Renditen basieren bis 1963 auf dem Dow Jones Industrial Average und danach auf dem Standard & Poor’s 500. Alle Renditen sind Kursrenditen, ausgedrückt in US-Dollar, und beinhalten keine Investitionskosten.

Nicht dargestellt, aber in den Durchschnittswerten enthalten sind Renditen nach den folgenden Ereignissen: Suez-Krise (1956), Bau der Berliner Mauer (1961), Ermordung von Präsident Kennedy (1963), Genehmigung militärischer Operationen in Vietnam (1964), Sechstagekrieg zwischen arabischen Staaten und Israel (1967), Krieg zwischen Israel und arabischen Staaten/Ölembargo (1973), Exil des Schahs von Persien (1979), Einmarsch der USA in Grenada (1983), Bombardierung von Libyen durch die USA (1986), Erster Golfkrieg (1990), Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Clinton (1998), Bombardierungen im Kosovo (1999), Anschläge vom 11. September (2001), Intervention mehrerer Streitkräfte in Libyen (2011), Intervention der USA gegen die ISIS in Syrien (2014) und Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Trump (2019 und 2021).

 

Wie die Abbildung zeigt, dauerte es nicht lange, bis sich die Aktienmärkte von den ersten Verkaufswellen infolge geopolitischer Ereignisse erholten. Dennoch hätten wir bei Beginn dieser Turbulenzen keine derart schnellen Erholungen vorhergesagt.

Unsere Ökonomen sagen auch dieses Mal keine solche Entwicklung vorher. Vielmehr sollten sich AnlegerInnen bewusst sein, wie schwer vorhersehbar diese Entwicklungen sind.

 

Eine neue Herausforderung für Märkte und Geldpolitik

Die Inflation, die sich bereits auf seit Jahrzehnten nicht mehr beobachteten Höchstständen bewegt, könnte noch weiter steigen, da immer noch Engpässe bei der Versorgung mit Gütern aus der betroffenen Region bestehen. Unsere Ökonomen erwarten, dass höhere Energiepreise und ein potenziell schwierigeres Geschäftsumfeld aufgrund des Konflikts das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne belasten könnten.

Selbst vor Ausbruch des Ukrainekonflikts waren Politik und Geldpolitik mit großen Herausforderungen konfrontiert. Sie wollten den nach wie vor fragilen Wirtschaftsaufschwung nach der Covid-19-Pandemie fördern. Und die beunruhigende Inflation dämpfen.

Die schwer vorhersehbaren Ereignisse in der Ukraine machen das Kalkül noch schwieriger. Dies gilt insbesondere für die Zinsmaßnahmen der Zentralbanken.

In jedem Fall werden die Märkte die Entschlossenheit von AnlegerInnen wieder einmal auf die Probe stellen. Ein solches Umfeld könnte sie dazu veranlassen, wohl durchdachte Anlageallokationen aufzugeben und sich im Market-Timing zu versuchen, also nicht nur den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg, sondern auch für einen Wiedereinstieg zu erwischen.

Stattdessen empfehlen wir AnlegerInnen, sich auf das zu konzentrieren, was sie kontrollieren können: erreichbare Ziele setzen, ein ausgewogenes Portfolio aufbauen, diszipliniert bleiben und bei der Geldanlage auf geringe Kosten achten. Diese Prinzipien können AnlegerInnen dabei helfen, langfristig erfolgreich zu sein. 

Portrait Chris Hofmann Vanguard Gastbeitrag Finanzblog Märkte

 

Erschienen am 15. April 2022.
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Chris Hofmann war zu Gast bei den 13. Finanzgesprächen am 5. Mai 2022
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Prof. Dr. Hartmut Walz
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