Unsere persönliche Mondlandung: Wie wir unsere finanziellen Ziele erreichen

Unsere persönliche Mondlandung: Wie wir unsere finanziellen Ziele erreichen
Gastbeitrag von Karsten Matt, Saarbrücken

Am 12. September 1962 trat Präsident John F. Kennedy an der Universität Rice in Texas vor die Mikrofone und hielt eine Rede, welche in die Geschichtsbücher eingehen sollte.

Mit dieser Rede schwor Kennedy das amerikanische Volk auf die Mondlandung ein und gab das Ziel aus, dies noch in diesem Jahrzehnt zu erreichen.

„Wir haben uns entschlossen, in diesem Jahrzehnt zum Mond zu fliegen“
-John F. Kennedy-

Hierzu muss man wissen, dass zu diesem Zeitpunkt kein Plan vorhanden war, wie dieses ausgerufene Ziel zu erreichen sei. Weiterhin hatte die NASA nicht ansatzweise das Personal, oder die technischen Voraussetzungen, um dieses Ziel zu erreichen. Zu allem Überfluss hatte Russland einen riesigen Vorsprung im Kampf um die Vorherrschaft im Weltall. Schließlich hatten sie bereits 5 Jahre zuvor, den Hund Laika als erstes terrestrisches Lebewesen erfolgreich in die Erdumlaufbahn geschossen.

Die Geschichte zeigt uns, dass es die USA dennoch geschafft haben, und zwar 6 Monate vor ihrer selbst gesetzten Frist. Stark dazu beigetragen hat die berühmte Rede von Kennedy, denn mit dieser Rede hat Kennedy es geschafft einen Mechanismus in Gang zu setzen, der nicht mehr aufzuhalten war.

 

Der Mechanismus der Zielsetzung

Wir Menschen haben die einzigartige Fähigkeit der schöpferischen Gestaltung. Wir können Dinge visualisieren, die wir im Nachgang mit unseren ganzen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten umsetzen. Das alles findet in unserem Gehirn statt, einem computerähnlichen Organ, welches wir mit einer vernünftigen Programmierung zu außergewöhnlichen Leistungen pushen können.

Dabei hängt der Erfolg, wie bei einem richtigen Computer, von der Programmierung ab. Programmieren wir unser Gehirn mit Müll, wird das Ergebnis sicherlich nichts anderes als Müll sein. Wenn wir uns jedoch der richtigen Programmiersprache bedienen, können wir außerordentliche Dinge erreichen. Ein Parameter einer erfolgreichen Programmierung ist die Zieldefinition.

„Wer seinen Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind der richtige.“
 -Seneca-

Wenn wir nicht wissen, wo wir hinwollen, können wir auch nirgendwo ankommen. Die Universität Harvard hat 1979 ihre Absolventen interviewt, um herauszufinden wer Ziele hat und wer keine Ziele hat. Ergebnis war, dass 13% Ziele im Kopf hatten und 3% schriftlich fixierte Ziele. Die restlichen 84% hatten keine Ziele angegeben.

10 Jahre später interviewte man die Absolventen wieder, um zu überprüfen was aus den Absolventen von vor 10 Jahren geworden war. Das Ergebnis war erstaunlich: Die 13% der Absolventen mit definierten Zielen hatten es geschafft doppelt so viel Vermögen anzuhäufen, wie die 84% ohne Ziele. Herausragend war jedoch das Ergebnis der 3% die nicht nur Ziele definiert hatten, sondern diese auch noch schriftlich fixierten. Die 3% schafften es, mehr Vermögen aufzubauen, als die restlichen 97%.

 

Ziele zu haben, bedeutet Macht über das eigene Leben zu bekommen

Ziele sind folglich wichtig, zum einen für den beruflichen Erfolg aber ganz klar auch für den finanziellen Erfolg. Ziele entwickeln eine unglaubliche Power, wenn man sie richtig anzuwenden weiß. Wenn man mit finanziell erfolgreichen Menschen spricht und hinterfragt, warum sie so erfolgreich sind, dann liegt es unter anderem daran, dass sie sich ständig mit ihren Zielen beschäftigen und sich Gedanken machen, wie sie diese Ziele erreichen können.

Das unterscheidet sie stark von finanziell erfolglosen Menschen, die tendenziell mehr darüber nachdenken, warum sie scheitern könnten und warum Dinge nicht funktionieren können. Diese Studie kann jeder selbst in den sozialen Medien durchführen.

„Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“
-Pippi Langstrumpf-

Wir entscheiden über unsere Ziele und damit auch darüber, ob wir erfolgreich im Leben werden oder nicht. Finanzieller Erfolg hängt sicherlich von Rahmenbedingungen wie schulischer Bildung, beruflicher Ausbildung und leider auch sozialer Herkunft ab. Letztlich ist finanzieller Erfolg aber hauptsächlich eine Entscheidung des eigenen Willens, der persönlichen Zielsetzung und der Disziplin seine Ziele erreichen zu wollen.

Bill Gates, Mark Zuckerberg und Steve Jobs haben z.B. keinen universitären Abschluss. Auf ihren beruflichen und finanziellen Erfolg hatte es jedoch keinerlei negativen Auswirkungen. Vielmehr hatten und haben sie klare Zielsetzungen in ihrem Leben und verfolgen diese Ziele ohne „wenn und aber“.

 

Darum haben viele Menschen keine Ziele

Wenn wir uns in unserem beruflichen und privaten Umfeld umschauen, finden wir wenige Menschen mit klaren Zielen. Warum ist das so? Das liegt zum einen sicherlich daran, dass Wenige die Macht der Ziele wirklich kennen. Zudem ist es frustrierend, sich ein Ziel zu setzen und daran zu scheitern. Macht man sein Ziel auch noch öffentlich, kommt zum Frust auch noch die Pein, wenn man anderen sein Scheitern erklären muss. Der wichtigste Punkt von allen ist aber sicherlich, dass die meisten keine Idee haben, wie man erfolgreich mit Zielen arbeitet.

 

11 Punkte zur Zielerreichung

Die folgenden 11 Punkte helfen dabei, seiner persönlichen und finanziellen Ziele schnellstmöglich erreichen zu können:

  1. Finde Dein Ziel
  2. Visualisiere Dein Ziel
  3. Begründe Dein Ziel
  4. Mache Dein Ziel messbar
  5. Schreibe Dein Ziel auf
  6. Finde Deinen Startpunkt
  7. Setze Dir Fristen
  8. Erkenne Deinen Engpass
  9. Suche Dir Unterstützer
  10. Setze Dir Meilensteine
  11. Erstelle Deinen persönlichen Masterplan

 

Ziele sind der Treibstoff für Vermögensbildung

Gerade in der persönlichen Finanzplanung ist das Definieren von Zielen der Treibstoff, um erfolgreich Vermögen aufzubauen. In der Geldanlage ist es wichtig seine Ziele zu erkennen, um finanziell erfolgreich sein zu können. Menschen, die behaupten, Geld sei ihnen nicht wichtig, sind selten finanziell erfolgreich.

Wer seinen finanziellen Erfolg als Ziel im Vorfeld plant, sich diesen begründet und visualisiert, wird finanziell erfolgreich werden. Finanzielle Ziele zu setzen bedeutet Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.

 

Das persönliche Navigationssystem

Finanzielle Unabhängigkeit ist nur eine leere Worthülse, solange ich sie nicht mit messbaren Zielen füttere. Definiere ich aber meine finanzielle Unabhängigkeit, indem ich mir vornehme mit 62 ein monatliches Auskommen von 5.000€ netto zu haben wird ein messbares und nachverfolgbares Ziel daraus.

Finde ich jetzt viele Gründe, warum genau diese Zahlen meine finanzielle Unabhängigkeit darstellen und visualisiere ich mir dieses Ziel mit wunderschönen Bildern, dann wird aus dem messbaren Ziel ein erreichbares Ziel. Je mehr Gründe ich für mein Ziel der finanziellen Unabhängigkeit finde, desto größer und deutlicher wird das Ziel in der Zukunft und desto schneller erreiche ich es.

 

Ein Ziel, dass ich nicht sehen kann, kann ich auch nicht erreichen

Dabei hilft mir dann mein Gehirn, welches aus Effizienzgründen den direkten Weg zur Zielerreichung suchen wird. Wir alle kennen dies aus unserem täglichen Leben. Wenn wir uns entscheiden, ein grünes Auto zu kaufen, sehen wir überall grüne Autos.

Was bei Autos funktioniert, funktioniert auch bei finanzieller Unabhängigkeit. Wir fokussieren uns auf dieses Ziel, blenden Nebenziele aus und beginnen automatisch mit den ersten Schritten zur Zielerreichung, indem wir uns z.B. mit dem Finanzblog von Prof. Walz weiterbilden.

 

Nächstes Ziel: Finanzielle Unabhängigkeit

Kennen wir unser Ziel, müssen wir den Startpunkt definieren. Wenn wir 5.000€ als Ziel gesetzt haben, ist es wichtig herauszufinden, ob wir bei Null starten oder schon Vorarbeit geleistet haben. Bekommen wir eine staatliche Rente? Haben wir sonstige Rentenzahlungen zu erwarten? Werden wir Erbe oder Schenkungen zu erwarten haben? Oder müssen wir noch Verbindlichkeiten abbauen, unser Haus abbezahlen oder Geld an anderer Stelle investieren?

Der Ausgangspunkt ist eine der wichtigsten Koordinaten im persönlichen Navigationssystem.

 

Wenn der Glaube (Geld-)Berge versetzt

Am 21. Juli 1969 landete um 17:54 Uhr die Apollo 11 auf dem Mond. Was 1962 ein einzelner Mensch, zum Ziel einer ganzen Nation machte, wurde zu diesem Zeitpunkt von Menschen vollendet, die daran glaubten, dass es möglich sei und die alles dafür getan hatten, diese Vision zu verwirklichen.

Auch wir müssen von unseren Zielen überzeugt sein, d.h. unsere Ziele müssen für uns logisch und mit sportlichem Ehrgeiz erreichbar sein. Dann sind wir bereit, unsere Komfortzone zu verlassen und den einen Schritt mehr zu gehen, der zwischen Erfolg und Misserfolg unterscheidet. Die NASA stand vor einer riesigen Herausforderung und musste sich neu definieren, um das ehrgeizige Ziel der Mondlandung realisieren zu können.

Wenn der menschliche Geist dazu in der Lage ist, dass Menschen die Erde verlassen und mit einer Rakete zum Mond fliegen, dann kann er jeden Einzelnen von uns problemlos zur unserer persönliche Mondlandung, der finanziellen Unabhängigkeit, führen. Und mit genügend Anstrengung erreichen wir diese auch 6 Monate vor unserer Fristsetzung. Wir müssen nur daran glauben, denn wir sind, was wir glauben, was wir sind.

„Egal, ob Du denkst Du schaffst es oder Du schaffst es nicht, Du wirst immer Recht behalten!“
-Henry Ford-

 

Auf diese Quellen wurde bei der Recherche zu diesem Beitrag zurückgegriffen:
– Rede John F. Kennedy: https://www.youtube.com/watch?v=WZyRbnpGyzQ
– Rainer Zitelmann: Setze Dir größere Ziele
– Brian Tracy: Ziele setzen, verfolgen und erreichen

 

Profil Gastautor Karsten Matt

 

Erschienen am 22. Januar 2021.

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11 Gedanken zu „Unsere persönliche Mondlandung: Wie wir unsere finanziellen Ziele erreichen“

  1. Ein wunscherschöner Artikel und ein wunderbares Bild. Die meisten Anleger als Berater vergessen all zu oft, das es um Ziele und Zielerreichung, um das WHY und nicht um das WIE geht.Persönliche Finanzplanung ist halt auch persönliche Entwicklung. Wer Berater hat, die dies Wissen und anwenden, können sich glücklich schätzen.
    Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Beitrag werter Kollege Karsten Matt.

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  2. Hallo Karsten, der Gastbeitrag ist so toll geschrieben, gerne werde ich diesen in meinem Umfeld breit verteilen. Der inspiriert wirklich. Super motivierend 🤙🏻. Herzliche Grüße Steffen

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  3. Danke Herr Matt für diesen tollen Beitrag.
    Sehr inspirierend und ermutigend, nicht nur für die finanziellen Ziele. Natürlich müssen die Ziele auch immer angemessen sein, denn z.B. die Welt neu zu erschaffen wäre dann doch ein bisschen viel auf einmal, deshalb finde ich den Begriff, der schon von unseren Urvätern geprägt wurde, “Mit Mass und Ziel” ein gutes Lebensmotto.

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    • Vielen Dank für den sehr interessanten Kommentar. In der Tat sollte man sich zwar große Ziele setzen, jedoch auch eine Chance sehen, diese zu erreichen. Sonst demotiviert man sich nur selbst. Und ein wenig Bescheidenheit in der einen oder anderen Situation hat sicherlich auch noch niemandem geschadet.

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  4. “… dann kann er jeden Einzelnen von uns problemlos zur […] finanziellen Unabhängigkeit, führen. Und mit genügend Anstrengung erreichen wir diese auch 6 Monate vor unserer Fristsetzung. Wir müssen nur daran glauben, denn wir sind, was wir glauben, was wir sind.”

    Das ist ganz einfach neoliberaler Humbug.

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    • “Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, dass sie verdient war.” So sprach vor 2000 Jahren der römische Geschichtsschreiber Publius Cornelius Tacitus. In diesem Sinne freue ich mich natürlich auch über kritische Bewertungen meines Textes, obgleich ich mich, in Erinnerung an einen so alten Geist, nicht wagen würde, darüber zu ärgern.

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  5. Tolle Zusammenfassung! Wie Herr Krapp schon geschrieben hat, entscheidend für die Zielerreichung ist, dass der Sprit dann auch reicht . Das „WARUM“ muss ausreichend groß sein.😎👍👌

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    • Vielen Dank für den tollen Kommentar. Wenn wir unser Warum kennen, versetzen wir Berge, legen uns mit der Finanzindustrie an und gründen wunderbare Finanzblogs wie diesen.

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      • Lieber Herr Matt, fühle mich gerade durchschaut… 🙂
        Nein im Ernst: Es geht nicht um mich – es geht um die Sache.
        Sehr beeindruckt hat mich dieser Satz: “Die beiden wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag an dem du geboren wurdest und der Tag, an dem du verstanden hast wozu.”
        Was mich beruhigt hat, war, dass der Sterbetag offenbar keine Bedeutung hat 😉
        In diesem Sinne!
        Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!
        Hartmut

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Prof. Dr. Hartmut Walz
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