6 Tipps gegen das Verlangen nach Prognosen – Warum es uns so schwer fällt, nicht zu prognostizieren

6. März 2020

6 TIPPS GEGEN DAS VERLANGEN NACH PROGNOSEN
Warum es uns so schwer fällt, nicht zu prognostizieren

Heute endlich mal wieder ein Thema aus der Verhaltensökonomie, nämlich die Frage, warum wir einerseits genau wissen, dass wir die Zukunft nicht vorhersagen können. Aber andererseits Vorhersagen geradezu lieben…

… und herbeisehnen …und sehr empfänglich dafür sind, wenn uns andere die Zukunft erklären.

 

Die graue Theorie:
Prognosefreiheit gewinnt!

Treue BlogleserInnen kennen mich als entschiedenen Verfechter des prognosefreien Ansatzes. Kurz gesagt, der Überzeugung: Nichts und niemand kann die Zukunft vorhersagen.

Und weil das so ist, müssen wir weder Zeit noch Geld noch Nerven für Prognosen aufwenden. Und uns auch nicht auf Weissagungen, Vorhersagen, Ankündigungen und Prophezeiungen einlassen.

Sondern können, ganz gleich, was passiert, prognosefrei leben und vorsorgen.

Dabei sind Prognosen nicht immer falsch – nicht einmal darauf kann man sich verlassen. Aber selbst wenn sie später tatsächlich eintreffen, wissen wir nicht, ob Glück, Zufall oder ein anderer Zusammenhang dahinter steckte.

 

Bezogen auf Finanzmarkt-Prognosen bedeutet das:

Zeit und Mühe für Prognosen sind verschenkte Ressourcen, da man durch prognosegeleitetes Investieren mal gewinnt und mal verliert.

Und am Ende steht man um die Kosten für die Prognosen und Transaktionen (hin und her – Taschen leer) schlechter da, als mit einem prognosefreien Investmentansatz.

 

Das pralle Leben: Menschen lieben Prognosen!

Trotzdem tragen wir Menschen eine starke Sehnsucht in uns, in die Zukunft sehen zu können. Wir hassen Zufall, Unberechenbarkeit und die Abhängigkeit von zukünftigen Entwicklungen, auf die wir uns nicht vorbereiten können.

Je stärker solche Phasen der Unberechenbarkeit sind – wie gerade jetzt  angesichts der Corona-Problematik –, desto größer wird die Sehnsucht nach Orientierung gebenden Prognosen.

Der Corona-Virus hat unerwartete Nebenwirkungen: Eine kaum beachtete Nebenwirkung ist der starke Anstieg von Prognosewünschen. Der Zusammenhang: „wachsendes Unsicherheitsgefühl – mehr Prognosen“ funktioniert einmal mehr.

So wundert es mich kaum, dass ich in den letzten Tagen – nicht nur von BlogleserInnen – ständig gefragt werde, wie meines Erachtens die Finanzmärkte auf den Corona-Virus reagieren werden.

 

Die meisten bisherigen Fragen waren sehr konkret.

Sie richteten sich beispielsweise auf

  • einzelne Aktien sowie Branchen- und Länderindizes,
  • die Zinsentwicklung, die Ausfallwahrscheinlichkeit von Hochzinsanleihen,
  • bestimmte Wechselkurse und
  • die Gold- und Edelmetallpreise.

 

Aber auch so lebensnahe Fragen waren darunter,

  • ob man die aktuelle Phase nicht nutzen solle, den halb vollen Öltank für die Heizung noch schnell zu füllen… oder ob die Preise im April noch niedriger würden.
  • ob man bei Konsumgüteraktien, vor allem Herstellern von Toilettenpapier und Linsenkonserven, nicht doch investieren sollte oder
  • ob man den Atemschutzmasken-Hersteller Drägerwerk verkaufen solle, er sei schon so schön gestiegen.

 

Gewünschte Kurs- und Preisprognosen am Ende des Blogbeitrags

Um die vielen Mails nicht alle einzeln beantworten zu müssen und Ihre Erwartungen nicht zu enttäuschen, breche ich also heute mit meinen Prinzipien. Und werde ganz am Ende des Beitrags exklusiv für meine geschätzten BlogleserInnen vorhersagen, wie sich der Virus auf verschiedene Aktienmärkte, die Wechselkurse, Gold- und Rohstoffpreise und die Ergebnisse der Bundesliga auswirken wird.

Von weitgehenden Anfragen nach der Kursentwicklung ganz bestimmter Einzelwerte bitte ich danach abzusehen  😉

Ich denke, die Antwort können Sie nach der Lektüre selbst geben…

 

Prognosen können Rückwirkungen haben

Beziehen sich Prognosen nicht auf naturwissenschaftliche Phänomene (Erdbeben, Sturmfluten), sondern auf soziale Ereignisse, kann es gut sein, dass sie die Zukunft beeinflussen.

Wenn viele Marktteilnehmer befürchten, dass andere Marktteilnehmer wegen des Corona-Virus sinkende Aktienkurse erwarten, dann werden sie durch ihr eigenes entsprechendes Handeln (Angstverkauf ihrer Aktien) bereits dazu beitragen, dass sich die Prognose selbst erfüllt (self-fullfilling prophecy).

Bleiben viele Menschen aus Angst vor einer schlimmen Epidemie zu Hause, wird die Epidemie genau aus diesem Grund nicht so schlimm, wie erwartet. So dass die Prognose gerade deshalb nicht eintritt, weil sie das Verhalten der Menschen verändert hat (self-destroying prophecy).

 Auch wenn diese Überlegungen in vielen Lebensbereichen sehr relevant sind, können sie im Rahmen dieses Blogbeitrags nicht weiter verfolgt werden. In meinem neuen Buch „Konstruktive Crashgedanken“ gehe ich näher darauf ein – mit einem Schaubild zu verschiedenen Prognosewirkungen und deren Erläuterung.

 

 

Wir können nicht nicht prognostizieren

Von dem österreichisch-amerikanischen Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick stammt das berühmte Zitat:

„Wir können nicht nicht kommunizieren!“

Damit weist Watzlawick auf den paradoxen Zusammenhang hin, dass jeder Versuch, Kommunikation zu verhindern, trotzdem als kommunikatives Signal erlebt wird.

Ein Beispiel: Setzt sich jemand wortlos und mit zum Boden gerichteten Blick in eine Bar, denken andere wahrscheinlich, die will nicht mit uns reden oder der ist hochnäsig oder beleidigt oder depressiv oder…

Ganz ähnlich scheint es mit dem Prognostizieren zu sein. Denn wir können ja kaum nichts annehmen. Gemeint ist: Wir können ja kaum keine Annahme treffen.

Selbst wenn wir explizite Prognosen vermeiden, haben wir versteckt doch irgendeine Vorstellung von der Zukunft. Und wenn die nur so aussieht, dass wir die Gegenwart fortschreiben, also stillschweigend davon ausgehen, dass es morgen so ähnlich sein wird wie heute.

 

Die eigene Prognoseneigung für Finanzentwicklungen zurückdrängen

Wie können wir nun unsere Sehnsucht nach Vorhersagen zurückdrängen? Dieses ständige Wissenwollen, wie sich die Märkte entwickeln, welche Positionen Kauf- und welche Verkaufstipps sind? Wie können wir unsere Neigung zum ständigen Prognostizieren oder dem Glauben an die Prognosen anderer zumindest etwas verringern?

Jeder der nachfolgend genannten sechs Anhaltspunkte bietet eine wertvolle Chance für Verbesserungen. Ich habe sie in folgendem Bild visualisiert:

 

     1.     Vertrauen in eigene Ressourcen und Fähigkeiten stärken

Bedenken Sie, wie häufig Sie in Ihrem bisherigen Leben mit völlig überraschenden Situationen und Entwicklungen konfrontiert wurden. Jedoch haben Sie diese offenbar ganz ordentlich gemeistert und beispielsweise die letzte Nacht nicht unter einer Brücke geschlafen. Richtig?

Ganz offenbar haben wir sehr gute Fähigkeiten in uns, mit unterschiedlichsten Entwicklungen umzugehen und „fertig zu werden“.

Und daher ist es überhaupt nicht nötig, dass sich die Zukunft nach der einen, der bestimmten Prognose richtet…  😉

Die Rückbesinnung auf unsere eigenen Ressourcen und Fähigkeit ist meines Erachtens von ganz zentraler Bedeutung. Sie steht daher in der Abbildung auch ganz oben.

 

      2.     Pseudo-Sicherheit enttarnen

Je stärker wir davon überzeugt sind, dass unser künftiges (Über-)Leben von bestimmten Umständen oder Bedingungen abhängt, desto größer wird unsere Bereitschaft, an die Prognostizierbarkeit der Zukunft zu glauben.

Machen wir uns bewusst, dass wir in unsere eigenen Ressourcen und Fähigkeiten vertrauen dürfen (siehe Punkt 1), sinkt die Sehnsucht nach – von außen „garantierter“ – Sicherheit.

Diese ist meist ohnehin nur eine Pseudo-Sicherheit.

Ein Beispiel: Auch im Jahr 2019 haben die Deutschen wieder rund 5 Millionen Lebensversicherungsverträge unterschiedlichster Spielart abgeschlossen. Die meisten davon mit hohen Provisionskosten und schwachen Renditeaussichten. Ich würde bei den meisten Verträgen auf einen negativen Realzins wetten.

Warum machen die Menschen das?

Weil Ihnen eine Garantie für die Zukunft versprochen wird. Zwar ist diese Garantie ökonomisch nichts wert, sie ist eine Pseudo-Garantie. Trotzdem wählen viele Menschen die Pseudo-Sicherheit, anstatt ihren eigenen Ressourcen und Fähigkeiten zu vertrauen.

Das können Sie besser!

 

     3.     Finanzpornografie ignorieren

Je intensiver und häufiger wir Informationen ausgesetzt sind, die starke positive oder negative Gefühle ansprechen, desto anfälliger werden wir für Prognosen.

Bei allen Themen rund um Geldanlage und finanzielle Vorsorge werden wir durch Informationen getrieben, die in der Fachwelt als Finanzpornografie bekannt sind.

Wenn man die hektischen, extrem widersprüchlichen Kauf- und Verkaufsempfehlungen seit Februar 2020 mit etwas innerem Abstand verfolgt, findet man reichlich Stoff für Realsatire.

Eine populäre Anlegerzeitung war sich nicht zu schade, einige Einzelaktien und gemanagte Fonds als „Schutzimpfung gegen den Corona-Virus für Ihr Depot“ zu bewerben. Ich hoffe, die Redaktion wurde für diese wertvollen Tipps gut bezahlt.

 

     4.     Aktivitätsdruck und Selbstüberschätzung verhindern

Auch die zu optimistische Einschätzung, dass wir durch unser aktives Tun, zukünftige Entwicklungen an den Finanzmärkten zu unseren Gunsten beeinflussen könnten, fördert die Prognosegläubigkeitund den Aktivitätsdruck.

Haben Sie dagegen die beruhigende Einstellung, dass sie kurzfristige Marktentwicklungen ohnehin weder verstehen noch systematisch zu Ihrem Vorteil nutzen können, empfinden Sie auch keinen Drang nach Prognosen – und halten die Füße still.

In Wahrheit geht nämlich Handeln häufig mit zusätzlichem Schaden (Verschlechterung statt Verbesserung der Situation, Transaktionskosten: hin und her – Taschen leer) einher.[1]

Während Passivität und Aussitzen nicht nur Nerven und Kosten spart, sondern auch gewährleistet, dass Sie bei Erholungsphasen von Anfang an mit dabei sind.

 

     5.     Der Plausibilitätsfalle entgehen

Unsere Prognosehörigkeit wird umso größer, je plausibler die Vorhersagen wirken. Vorsicht, hier tappen Sie leicht in die Plausibilitätsfalle.

Die Kernaussage der Plausibilitätsfalle lautet: Was auf den ersten Blick plausibel klingt, muss letztendlich noch lange nicht wahr sein. Hier wirkt eine fatale Asymmetrie: Während Aussagen, die offensichtlich unplausibel sind, meist schnell als falsch erkannt werden, gilt das Gegenteil, also Erkennen von offensichtlich plausibel erscheinenden, aber trotzdem falschen Aussagen leider nicht.

Ein Beispiel: Wenn Sie in einer Anlegerzeitschrift lesen würden, dass jeder Deutsche über drei Kilogramm Gold besitzt, dann würden Sie das zu Recht sofort als unplausibel erkennen.

Weil Sie unschwer hochrechnen, dass dies rund 150.000 Euro pro Bürger wären. Und die drei Kilo pro Bürger, bei rund 83 Millionen Bundesbürgern rund 250.000 Tonnen Gold ausmachen, jedoch der globale Goldbestand unter  200.000 Tonnen liegt.

Umgekehrt ist es jedoch viel schwieriger: So wirken Aussagen über Gewinner- und Verliererunternehmen infolge des Corona-Virus häufig sehr logisch und plausibel. Stimmen müssen sie jedoch trotzdem nicht.

Da nämlich Plausibilitätsüberlegungen willkürlich einzelne Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge herausgreifen und weitere Wirkungen einfach unter den Tisch fallen lassen.  

Anschaulich erklärt habe ich die Plausibilitätsfalle – auch mit den möglichen nützlichen Auswirkungen des Plausibilisierens in Kapitel 39 in meinem Buch „Einfach genial entscheiden – Die 55 wichtigsten Erkenntnisse für Ihren Erfolg“.

 

     6.     Falsche Heldenverehrung beenden

Last but not least ist unser Hang, auf Prognosen zu hören, umso größer, je mehr Expertenstatus wir deren Verkünder zubilligen.

Wir überschätzen die Möglichkeiten von Dritten, Prognosen und Vorhersagen machen zu können. Damit neigen wir auch dazu, deren Urteile und Prognosen zu ernst zu nehmen. Und diesen schlimmstenfalls zu folgen.

Die Tendenz zur Überhöhung von Fachleuten, Angehörigen bestimmter Berufe, wie Ärzte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, (Finanz-)Berater und – mit Abstand am schlimmsten – Professoren, geht von zwei Richtungen aus.

Erstens unterliegen Fachleute häufig einer besonders starken Selbstüberschätzung und machen dabei so schwerwiegende Fehler, wie es Laien kaum hinbekommen würden.

Zweitens projizieren viele Menschen jedoch auch völlig überzogene und unrichtige Erwartungen an Experten und setzen diese unter starken Erwartungsdruck. Diese geben dann die gewünschten Prognosen ab –auch wenn diese auf tönernen Füßen stehen.

Das geschieht nicht selten aus finanziellem Eigeninteresse der Experten. Oft aber auch aus einem Gefühl heraus, dass sich diese Experten geschmeichelt oder wichtig genommen fühlen.

Der Fachausdruck Expectation Gap, also Erwartungslücke zwischen der durch Ratsuchende erhofften und der von Fachleuten leistbaren Prognose bezeichnet dieses Dilemma.

Nur allzu gerne würden wir die Verantwortung für die Unwägbarkeiten der Zukunft auf Dritte verlagern. Und dafür auch gutes Geld ausgeben. Lassen Sie das! Handwerklichen Rat und Expertise einholen ist okay. – Bezahlte Prognosen und der Versuch der Verantwortungsverlagerung sind jedoch nicht okay.

Ausführlich erklärt habe ich den Zusammenhang Expertenwissen und Prognosen in Kapitel 15 in meinem Buch „Einfach genial entscheiden – Die 55 wichtigsten Erkenntnisse für Ihren Erfolg“: Für die Zukunft sind Experten auch nur Menschen.

 

 

Und was bedeutet das nun konkret für Sie?

 

  • Suchen und merken Sie sich starke Bilder oder überzeugende Geschichten, die Sie vor der Tendenz zum Prognostizieren und von all den Aktivitäten bewahren, die gut gemeint, aber in der Wirkung oftmals kontraproduktiv sind. (Denken Sie z. B. an George Washington und die paradoxe Situation eines gut bezahlten Leibarztes der nicht nichts tun kann – selbst wenn objektiv das Beste wäre.)
  • Stärken Sie das Vertrauen in sich selbst. De facto können Sie mit Unsicherheit und Ungewissheit viel besser umgehen, als Sie es sich oft zutrauen. Also sind Sie von Prognosen überhaupt nicht abhängig.
  • Bedenken Sie stets das Eigeninteresse derjenigen, die Prognosen erstellen.
  • Stärken Sie Ihre Robustheit – sowohl bei der Geldanlage und Vorsorge wie auch in anderen wichtigen Lebensbereichen. Wer robust investiert übersteht eine mögliche Krise, ohne sie vorhersagen oder kennen zu müssen. Und wer seine Gesundheit pflegt und sein Immunsystem maßvoll stresst (z. B. Sauna) ist gegen jede Virusinfektion besser gewappnet – ohne zu wissen, wie der Virus konkret beschaffen ist. Kurzum: Robustheit senkt Ihre Prognoseabhängigkeit.
  • Oftmals ist die Medizin gefährlicher als die Krankheit: Wenn Sie Ihr Geld langfristig angelegt haben, dann gilt allen Prognosen zum Trotz: Das Risiko, nicht investiert zu sein, ist langfristig erheblich größer als das Risiko, investiert zu sein. Also: Bleiben Sie investiert!
  • Erkennen Sie, dass prognosefreies Anlegen und Passivität bei Schwankungen auch oft zu Zufallsgewinnen führt. Sie erzielen also keineswegs nur unerwartete Verluste, sondern auch ebensolche Gewinne. Eine einseitige Verlustorientierung blendet folglich die halbe Wahrheit aus.
  • Freuen Sie sich über ersparte Transaktionskosten Ihres prognosefreien Investmentansatzes. Und auch über vermiedene Opportunitätskosten, die nämlich dann auftreten werden, wenn – oh Wunder – nach einer Belastung oder Krise – wieder eine Erholungs- oder Wachstumsphase kommt.
  • Lesen Sie den Blogbeitrag über den „Erfinder des Index-Investing“ – also des regelgebundenen und prognosefreien Investierens John C. Bogle. Er hatte mit seinen 90 Jahren viele Krisen kommen und gehen sehen…

 

Meine Prognose

So, nun aber noch rasch, wie von vielen gewünscht und von mir versprochen, meine Prognose der Preisentwicklung verschiedener Anlageklassen:

 

Und so ähnlich sah ich bei der Erstellung meiner Prognose aus:

 

Nun wünsche Ihnen und Ihren Lieben – Corona hin oder her – gesunde und gute Tage.

Herzliche Grüße
Hartmut Walz
Sei kein LeO!

 

Erschienen am 06. März 2020.

Der Hartmut Walz Finanzblog ist unabhängig, kosten- und werbefrei. Ich erhalte für Links und Empfehlungen keinerlei Honorar, Kick-back, Beteiligung o. ä.

 

[1] Ein beeindruckender Vergleich aus der Medizingeschichte: Taleb beschreibt in „Antifragilität“ die Beobachtung, dass bis zum Ende des 19. Jahrhunderts reiche Menschen, die sich einen eigenen Leibarzt leisten konnten, häufig an dessen zu vielem „gut gemeintem Therapieren“ vorzeitig verstarben. Ein bekanntes Beispiel ist der (vorzeitige) Tod des US-amerikanischen Präsidenten George Washington im Dezember 1799, dem durch wiederholten Aderlass (das war die damalige Standardtherapie) zu viel Blut entzogen wurde. Wenn man Ihnen literweise Blut entnehmen würde, würden Sie auch sterben…

Kommentare
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Lieber Prof. Dr. Walz, bin gerade aus meinem verdienten Golf Urlaub zurück gekommen und konnte jetzt erst ihren Beitrag lesen. Kurz eine Anmerkung zu einer Garantie! Ein Beispiel: Ich kaufe mir eine neues Auto. Bekomme eine Garantie richtig. Was aber bedeutet das das? Das mein Auto garantiert nicht kaputt geht! Nein wenn es kaputt geht, bekomme ich es garantiert ersetzt. Also gibt es eigentlich keine Garantie, sonder nur eine Art Gewährleistung. Der Corona Virus wird einiges durcheinander wirbeln, dass könnte man garantieren. Wenn man sich jetzt an ihre Vorhersagen hält, die Sie nicht gemacht haben, liegt man garantiert richtig. Ruhe bewahren und akzeptieren was passiert. Es wird sich wieder beruhigen und Normalität eintreten. Wir werden daraus lernen und die Welt wird wahrscheinlich danach besser sein als vorher. Schöne Woche, ich gehe jetzt Golfen.

Lieber Herr Pflugmacher, danke für Ihren Kommentar. Doch darf ich respektvoll anmerken, dass in Ihrer Argumentation zwischen Golfurlaub und Golfen etwas durcheinander geraten ist 😉
Eine Garantie ist keineswegs das gleiche wie eine Gewährleistung und Ihr Beispiel mit dem Auto geht an der Problematik vorbei. Die Wertlosigkeit vieler Garantien im Finanzdienstleistungsbereich begründe ich damit, dass dem Kunden ein bestimmter Euro-Betrag in der Zukunft zugesichert wird. Jedoch eben nur nominell und nicht unter Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes. Und somit ist bei einem langfristigen Vorsorgeprozess die Garantie nicht mehr 100 % wert, sondern – je nach Dauer und Inflationsrate – vielleicht nur noch 50%, 40% oder 35 %.
Trotzdem Danke für Ihren Kommentar, vielleicht trägt unser Diskurs ja bei manchem Leser zum Verständnis bei.
Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

Lieber Prof. Walz,

ich habe es geschafft den gesamten Beitrag zu lesen und nicht sofort zu den Prognosen am Ende (so Ihr Hinweis) zu springen. Als Verhaltensökonom sind Sie doch bestimmt davon ausgegangen:-)). Umsomehr bin ich nun doch etwas enttäuscht. Sie haben versprochen auch die Ergebnisse der Bundesliga zu prognostizieren. Als Bayern-Fan würde mich das doch sehr interessieren. Und falls Sie das jetzt noch nachholen, denken Sie, der FCB gewinnt auch die Champions League?

Spaß bei Seite – muss in diesen Zeiten aber auch mal sein – vielen Dank für Ihren Beitrag. Einmal mehr sehr trefflich und amüsant.

Liebe Grüße

Lieber Jürgen C., okay, nun doch: Insinderinfo!!!!:
Leipzier Buchmesse abgesagt gegen Internationale Handwerkermesse in München abgesagt macht 1:1… Schlussfolgerungen bitte selber ziehen… mehr Insiderinfo geht nicht… 😉
Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

Wie immer: sehr verständlich, nachvollziehbar und mit belastbaren Aussagen gespickt. Natürlich habe ich mein Depot sofort entsprechend Ihrer Prognose feinjustiert 😉 So machen Finanzen Spaß!
Beste Grüße, Raimund Gebhardt

Lieber Raimund Gebhardt, gerade in diesen Tagen den Humor (und Spaß) nicht zu verlieren, ist genau richtig 😉
Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

Lieber Herr Walz,

sie haben mich leider wieder mal infiziert :-). Jedes mal freue ich mich über Ihre Beiträge, da diese mich auch bestätigen, den richtigen Weg und Gespräche mit meinen Mandanten zu führen, die richtige Botschaft zu transportieren (die Sie als Wissenschaftler fundiert verbreiten) und mich für meine Vorträge und Podcast auch inspirieren.
Meine Prognose ist: Viele Menschen werden es Ihnen danken aber leider sehr viele auch weiterhin Prognosen, der Finanzpornographie und vermeidlichen Gurus folgen, die bekanntlich ganz andere Interessen haben. “Cui Bono”.
Selbst denken ist der Luxus, den sich jeder leisten kann aber zu viele leider nicht gönnen.
Matthias Krapp
I

Lieber Matthias Krapp, cui bono – wem nützt es, wer ist der eigentliche Nutznießer der Info – ist ein unglaublich hilfreiches Hinterfragen in diesen Tagen. Und den Spruch mit dem Luxus und dem Denken, den merke ich mir 😉
Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

Lieber Herr Walz,
…einmal mehr DANKE für diesen – in die Zeit passenden – Beitrag.
Jede Prognose ist was sie ist: nämlich Vermutungen und Vermutungen sind doch wirklich keine Basis für sinnvolle Anlageentscheidungen und -strategie. Davon bin ich überzeugt!
DANKE auch für den “self-fullfilling prophecy”-Vergleich, denn ich habe das Gefühl wir schaffen uns gerade tatsächlich ein Stück weit selbst ab! Bei aller Ernsthaftigkeit sind Panik und Hysterie oftmals völlig überzogen. Hamsterkäufe und die Absage vieler Veranstaltungen wegen des Coronavirus seien übertrieben, sagt auch Topökonom Marcel Fratzscher. Alle sollten sich beruhigen, so der Chef des DIW – auch zum Wohle ihrer Arbeitsplätze und ihres Einkommens.
Deshalb DANKE besonders für die 6 Handlungstipps/Anhaltspunkte, die doch eines wieder auf den Punkt bringen. Langfristig investieren heißt auch ruhig und diszipliniert bleiben, Emotionen beherrschen und (manchen unangebrachten) Medienlärm ausschalten -> an die Langfristigkeit denken!
Eine “coronafreie” Zeit wünsche ich Ihnen und allen Lesern – bleiben wir aufmerksam! 🙂
Volker Hildebrand

Lieber Volker Hildebrand, vielen Dank für den weiteren Input. Aufmerksam und (objektiv) informiert sein, aber nicht hysterisch werden – genau so 🙂
Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

Eine sehr realistische Prognose. Schon heute steht fest, dass sie zu 100 % eintreffen wird. Herzlichen Dank, Prof. Walz! Selbst handeln ist immer die bessere Alternative.
Ich werde Sie (wirklich) empfehlen!

Liebe Corinna P., die Ausbreitung des Hartmut Walz Finanzblog ist auf alle Fälle besser als die irgendeines Virus… Deshalb: Gerne immer wieder weiterempfehlen! Das motiviert auch meine Arbeit, vielen Dank.
Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

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