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SpaceX und andere XXL-Börsengänge in den USA

SpaceX & Co.: XXL-Börsengänge in den USA
Veränderung von Index-Spielregeln – Manipulation oder Innovation?

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Anmerkung vorab: Einige Daten bzw. Details sind derzeit noch unklar bzw. vorläufig. Bei Bedarf werde ich den Beitrag in den nächsten Wochen – gern mit Ihrer Mithilfe – aktualisieren.
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Am Freitag, den 12. Juni 2026 fand der Börsengang (die Erstnotiz, Initial Public Offering = IPO) von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX [1]statt. Ob das letztlich ein fulminanter Höhenflug oder eine Bruchlandung wird, sollte für Index-Anleger „eigentlich“ kein Aufreger sein.

Denn diese investieren regelgebunden, prognosefrei, stark diversifiziert und vermeiden damit große Einzelrisiken. Und das ist gut so.

Schlecht würde es aber dann, wenn sich die „Spielregeln“ regelgebundener Index-Anlagen plötzlich entgegen der Interessen von Indexanlegern verändern.

  • Kann es sein, dass so etwas gerade passiert?
  • Und wie sollten Index-Anleger darauf reagieren? 

 

Indexanleger

Das Ziel von risikobewussten Indexanlegern ist es, ihr Aktienvermögen[2] maximal breit gestreut (diversifiziert), an transparente Regeln gebunden (regelbasiert) und meist langfristig, also gerade nicht spekulativ anzulegen. Hierzu eignen sich kostengünstige Index-Tracker-ETFs auf möglichst breite, idealerweise globale Indizes besonders gut.

Und diese Produkte haben sich für Privatanleger seit Jahren bewährt: Sie ermöglichen eine einfache Teilhabe an den Gewinnen der Aktienmärkte, erfordern wenig Zeit und Mühe und helfen durch klare Regeln, typische Anlagefehler zu vermeiden.

So weit so gut. Jedoch könnte es sein, dass wir aktuell vor einer grundlegenden Veränderung und einem „Systembruch“ stehen. 

XXL-Börsengänge Systembruch Fragezeichen

 

XXL-Börsengänge – Gamechanger?

Der Börsengang von SpaceX war der bislang größte der Geschichte– und weitere XXL-Börsengänge großer US-amerikanischer Techkonzerne dürften folgen.

Da die meisten Börsenindizes nach Marktkapitalisierung gewichten, führen solche Mega-Listings zu deutlichen Index-Verschiebungen. Die Index-Zusammensetzungen ändern sich also nicht nur ein bisschen, sondern wirklich sehr stark.

Denn: Sobald die XXL-Börsen-Neuzugänge in einen Index aufgenommen werden, erhalten sie vergleichsweise hohe Indexanteile, während bestehende Titel zwangsläufig an Gewicht verlieren.

Unvermeidliche Folge: Die Nachfrage nach Aktien der neu aufgenommenen XXL-Unternehmen steigt zusätzlich. Denn Indexfonds, wie ETFs müssen die neuen Titel entsprechend ihrer Indexgewichtung zukaufen und bestehende Positionen relativ reduzieren.

Dadurch entsteht zusätzlicher, regelgebundener Nachfragedruck auf die neu aufgenommenen XXL-Unternehmen – unabhängig von deren fundamentaler Bewertung und mit potenziellen Risiken steigender Marktkonzentration und Überbewertungen.

Gleichzeitig kommen die in ihrer Gewichtung reduzierten oder sogar völlig aus dem Index fallenden Aktien unter Verkaufsdruck, was ihren Kurs senkt und künftige Kapitalerhöhungen unvorteilhafter macht.

 

Info-Kasten:  Seasoning- und Liquiditätsanforderungen
Wenn ein Unternehmen an die Börse geht, gelten oft zusätzliche Regeln, bevor dessen Aktien in wichtige Indizes aufgenommen oder in bestimmte Marktsegmente zugelassen werden. Zwei zentrale Begriffe dabei sind „Seasoning“ und „Liquidität“.


Seasoning (Reifezeit)
Die Aktie muss zuerst eine gewisse Zeit „reifen“. Sie muss also schon eine bestimmte Zeit an der Börse gehandelt werden (z.B. mehrere Monate, häufig ein Jahr), bevor sie in wichtige Indizes aufgenommen wird.

Liquiditätsanforderungen (Handelbarkeit)
Es sollen genügend Aktien im Streubesitz (also frei handelbar, nicht in wenigen Händen gebunden) vorhanden und das tägliche Handelsvolumen ausreichend hoch sein, damit Anleger sie problemlos kaufen und verkaufen können.

Die Einhaltung von Seasoning- und Liquiditätsanforderungen schützt Index-Anleger daher vor hoher Volatilität und Risiken, die durch spekulative Marktmanipulationen in der Anfangsphase der Börsennotiz auftreten können. 

 

XXL-Börsengänge – zwei wichtige Fragen

Das Aufnahme-Procedere von XXL-Börsengängen provoziert daher zwei Fragen:

  1. Aufnahmezeitpunkt: Zu welchem Zeitpunkt bzw. wie schnell nach der Erstnotiz werden die XXL-Börsen-Neulinge in die jeweiligen Indizes aufgenommen?
    Kurzum: Wie lauten die Spielregeln der wichtigen Indizes in Hinblick auf die Aufnahme von Börsen-Neulingen?

  2. Änderung der Spielregeln: Gibt es Indizes bei denen die unter 1. genannte Spielregel in jüngerer Vergangenheit verändert wurde?
    Kurzum: Welche Indizes begünstigen durch Spielregeländerung die Finanzierung von SpaceX und anderen XXL-Börsen-Neulingen mit Auswirkungen auf die Interessen der Anleger in Index-Tracker?

 

XXL-Börsengänge Tabelle Indizes und Index-Anbieter

 

Interpretierende Auswertung

Bei sechs der oben betrachteten Indizes profitieren die XXL-IPOs durch Privilegien zur beschleunigten Aufnahme in Indizes. Vier davon haben die Regeln unmittelbar vor dem SpaceX-Börsengang angepasst. Bei den zwei MSCI-Indizes gab es die Ausnahmen schon seit längerem, nur blieben sie bislang von der Öffentlichkeit unbeachtet.

Nur in fünf der elf oben betrachteten Indizes gibt es bislang keine Ausnahmen für eine schnellere Index-Anpassung zur Aufnahme großer Börsenneulinge. Jedoch ist nicht auszuschließen, dass die betreffenden Index-Anbieter noch nachziehen.

Bemerkenswert ist die Position beim Anbieter S&P: Hier standen nämlich ebenfalls deutliche Regellockerungen zur Diskussion, die vor allem SpaceX zu einer bevorzugten Aufnahme in den Index verholfen hätten. So sollte die Wartezeit von 12 auf 6 Monate verkürzt, die Streubesitz-Vorgaben gelockert und die Anforderungen einer positiven Rentabilität entfallen. Diesen Lockerungen wurde jedoch Anfang Juni eine klare Absage erteilt.

 

XXL-Börsengänge – Hintergründe und Abgründe?

  1. Seit der Globalisierung der Kapitalmärkte (ca. 1990) hat sich der Kampf um günstiges Kapital zu einem weiteren weltweiten strategischen Wettbewerbsfeld entwickelt (Shareholder Value in Ergänzung zu Customer Value).
  2. Die derzeitigen XXL-Börsengänge resultieren aus dem enormen Kapitalbedarf von Unternehmen des KI-Sektors – insbesondere durch teure Hochleistungs-Chips, Rechenzentren und weitere EDV- und Energie-Infrastruktur.
  3. Durch vorliegende Fundamentaldaten lassen sich die hohen Bewertungskurse der XXL-Börsengänge nicht begründen. So schreibt SpaceX derzeit nicht einmal Gewinne – ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist somit, anders als sonst üblich, gar nicht abbildbar. Vielmehr muss man an längerfristige enorme Wachstumsraten der aktuellen Börsennovizen glauben. Nur im Szenario einer exponentiellen Steigerung von Umsätzen und Gewinnen kann aus den euphorischen Erwartungen eine nachhaltig rentable Investition werden.
  4. Investitionen belasten sofort in voller Höher die Liquidität und den Cash-Flow der Unternehmen. Die Ertragslage wird hingegen viel weniger belastet. Der Jahresüberschuss, wird z.B. lediglich durch die Abschreibungen verringert, welche die Investitionssumme über etliche Jahre aufteilen[3]. Jedoch werden diese hohen Abschreibungen dann die Gewinnsituation der XXL- Börsengänge viele Jahre lang belasten.
  5. Institutionelle Investoren beobachten den aktuellen IPO-Hype daher meist nur von der Seitenlinie und halten sich mit Käufen zurück – vor allem angesichts des derzeit hohen Bewertungsniveaus.
  6. Deshalb wirbt Musk gezielt um Privatanleger. Die Erzählung von riesigem Wachstum und gigantischen Gewinnen in einer „neuen Welt“ (billige Energiegewinnung im Weltraum, eine Million Menschen auf dem Mars bis 2050 etc.) zielen vor allem auf Kleinanleger. Offenbar ist es längst vergessen (oder verziehen), dass Musk der Welt bereits 2015 für das Jahr 2017 autonom fahrende Autos versprochen hat, die bis heute noch nicht existieren[4].
  7. Die Frage, ob die XXL-IPOs langfristig wirtschaftlich erfolgreich sind, hat mit der Frage nach einem Erfolg der Startphase des Börsengangs sowie Kursgewinnen in den ersten Wochen nach Börsennotiz überhaupt nichts zu tun (vgl. Punkt 4.)
  8. Jedoch werden steigende Kurse in der Anfangsphase der Börsennotiz – und damit ein lukrativer Ausstieg der Alt-Investoren! – umso wahrscheinlicher, je höher die Nachfrage durch Index-ETFs ist und je früher sie einsetzt.
  9. Folglich liegen die Spielregeländerungen für die frühere Aufnahme dieser Unternehmen klar im Interesse der vorbörslichen Kapitalgeber. Auch die Spekulation mit Aktienkäufen der ersten Stunden gewinnt an Chancen und verringert Risiken, wenn bereits nach wenigen Börsentagen eine zusätzliche Nachfrage durch Index-ETFs „garantiert“ ist. Und hier geht es um sehr hohe Beträge.
  10. Wer einen ETF auf einen Index mit Fast-Entry- oder Sonderregeln für XXL-Börsengänge besitzt, wird also automatisch sehr früh und mit hohem Gewicht in solche XXL-IPOs „zwangsinvestiert“. So verstärken ETF-Anleger unfreiwillig den Anfangshype. Sie verbessern das Chancen-Risiko-Verhältnis der Kurzfrist-Spekulanten – während sie selbst einen Nachteil erleiden.

 

 

Ergebnis: Interessen der Privatanleger sind gefährdet

Nach aktuellem Informationsstand entsteht ein für ETF-Anleger negativer Eindruck. Die Veränderungen der Spielregeln einiger wichtiger Indizes scheint die Interessen der an die Börse strebenden Big-Techs über die Interessen der ETF-Anleger zu stellen.

Es besteht die Gefahr, dass durch die zeitnahe Aufnahme von Big-Tech-Börsenneulingen (im Extremfall bereits fünf Handelstage nach der Erstnotiz!) geradezu zwangsläufig eine hohe Nachfrage nach Big-Tech-Aktien einsetzt, welche deren Kurse automatisch treibt.

Hierdurch erhalten bisherige Investoren und auch Spekulanten attraktive Ausstiegsmöglichkeiten, während die ETF-Sparer diese Werte zu hohen Kursen „regelgebunden“, also zwangsweise in die Fonds gelegt bekommen.

Per Saldo geht es hier zweifellos um sehr hohe Beträge. Wie hoch jedoch der prozentuale Schaden bzw. die Opportunitätsverluste für die ETF-Anleger ist, lässt sich derzeit noch nicht errechnen.

Daher sind emotionale Schnellschüsse der ETF-Anleger nicht angebracht (vgl. abschließenden Punkt unten).

Bemerkenswert ist, dass einzelne Index-Anbieter (insbesondere S&P und Solactive) sich zumindest bislang gegen eine Big-Tech-begünstigende Veränderung ihres Regelwerks entschieden haben. Künftig sollten Privatanleger solche – bisher wenig beachtete – Unterschiede in den Index-Regelwerken stärker in ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.

 

Und was bedeutet das für Sie als privater Langfristanleger?

  • Die aktuelle Veränderung der Index-Spielregeln erscheint eher im Interesse von Big-Tech-Börsengängen als im Interesse privater ETF-Anleger zu sein. Gleichwohl gibt es Szenarien, in denen ETF-Anleger auch hiervon profitieren würden, nämlich wenn sich Big-Tech-Unternehmen extrem positiv entwickeln und die aktuell bereits sehr hohen Erwartungen nochmals übertreffen würden.
  • Die Empfehlung, sich aus aktiven Kurzfrist-Spekulationen des gegenwärtigen Big-Tech-Hypes herauszuhalten, ist für Blogleser wohl ein No-Brainer. Das gilt nicht nur für Einzelaktien, sondern auch einschlägige Branchen- oder Themenfonds[5]. Wer wissenschaftliche Evidenz benötigt, um seinen Spieltrieb zu zügeln, lese bitte diese Studie[6].
  • Aber wie nun mit breit streuenden ETFs umgehen? Hier sollte man Neuanlagen und Sparpläne einerseits sowie ETF-Bestandspositionen andererseits unterscheiden.
  • Umschichtungen von Bestandspositionen führen wahrscheinlich zu (hohen) Gewinnrealisationen, die vorzeitige KESt-Zahlungen auslösen. Daher wollen ETF-Umschichtungen wohl bedacht sein und die aktuelle Datenlage reicht noch nicht aus, um zwischen dem Ausmaß zweier Übel (vorzeitige Steuerbelastung einerseits versus möglichen Schaden durch überteuerte „Zwangsinvestition“ in Big-Tech-Unternehmen andererseits) abzuwägen.
  • Bei Neuanlagen liegt es nahe, ETFs auf Indizes zu bevorzugen, die keine „Willkommens-Sonderangebote“ für Big-Techs machen. Dies sind nach aktuellem Stand Indizes der Anbieter S&P und Solactive[7]. Und natürlich gibt es ETF auf Indizes, bei denen diese Problematik derzeit nicht besteht (z.B. Schwellenländer- oder Europa-ETFs).
  • Wer ohnehin über eine Senkung von Klumpenrisiken nachdenkt, kann sich der Problematik durch Neuanlagen in Ex-USA-ETFs entziehen. Hier geht es zu einer „Gebrauchsanleitung“ dafür: MSCI World ex USA – die Anti-Klumpen-Lösung für Ihr Aktien-ETF-Depot
  • Die weitere Entwicklung von Index-Spielregeln bleibt abzuwarten. Das Vertrauen, dass Index-Konstruktionen die Interessen der Anleger angemessen berücksichtigen, hat durch die jüngsten und teils verdächtig schnell umgesetzten Spielregeländerungen gelitten – und muss erst wieder zurückgewonnen werden.

Denn in Index-ETFs investiertes Geld ist eben kein „dummes“ Geld, so lange wir keine LeOs sind!

 

XXL-Börsengänge: Epilog

Vor ca. 10 Jahren hatte ich einige junge Menschen im Bekanntenkreis, die keinen Führerschein machen wollten, da sie die rasche Einführung selbstfahrender Autos erwarteten. Inzwischen haben fast alle doch eine Fahrerlaubnis – also Plan B.

Wenn Sie als Besserverdienende glauben (hoffen), zu der eine Million Menschen zu gehören, die nach dem veröffentlichten Geschäftskonzept von Elon Musk ab 2050 auf dem Mars leben werden, wünsche ich Ihnen alles Gute.

Für den Fall, dass sich bei diesen Plänen jedoch ebenfalls eine ähnliche Verzögerung – also so bis zum Jahr 2.200 oder 2.400 – ergibt, wünsche ich Ihnen nicht nur eine gute Gesundheit und ein gaaaanz langes Leben, sondern ebenfalls einen Plan B!

XXL-Börsengänge PlanB

Bitte

Bitte fühlen Sie sich eingeladen, diesem Blogbeitrag gern noch weitere Fakten zukommen zu lassen – besonders freue ich mich, wenn wir gemeinsam neben S&P und Solactive weitere Index-Anbieter entdecken, die an den strikten Seasoning- und Liquiditätsanforderungen festhalten.

Herzliche Grüße
Hartmut Walz

 

[1] Neben dem dominierenden Raketengeschäft und dem Satelliten-Internet Starlink rückt SpaceX dabei Künstliche Intelligenz (KI) in den Fokus und will Datenzentren im Weltall und Mars-Kolonien bauen.

[2] Das gilt ebenso für Anleihen. Jedoch sind im Kontext nur Aktien relevant.

[3] Die häufig kommunizierte Erfolgsgröße EBITDA misst den Unternehmenserfolg sogar vor Abzug aller Abschreibungen. 

[4] Im Jahr 2019 bewertete Mike Jackson, Geschäftsführer einer US-Autohandelsgruppe solche – immer wieder verschobenen – Ankündigungen von Musk als „beinahe unethisch“. https://www.businessinsider.de/tech/elon-musks-versprechen-zu-autonomen-autos-sind-beinahe-unethisch-2019-2/ Wörtliches Zitat von Musk im Jahr 2019: „Ich glaube, dass das selbstständige Fahren noch in diesem Jahr Realität wird. Das bedeutet, das Auto wird in der Lage sein, euch auf einem Parkplatz zu finden, einsteigen zu lassen und euch ohne jeglichen Eingriff bis zu eurem Ziel zu bringen – dieses Jahr“, so Musk. „Ich bin mir sehr sicher. Es gibt keine Fragezeichen.“  

[5] In den letzten Monaten vor dem SpaceX-Börsengang kamen neun „Space-ETFs“ auf den Markt.

[6] Über die Publikations-Plattform SSRN: Competition for Attention in the ETF Space, https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3765063. Wenn jemand mit „Spielgeld“ auf Themen- oder exotische Branchen-ETFs wetten möchte, ist das natürlich seine Sache.

[7] Falls Sie noch weitere Index-Anbieter finden oder andere hinzukommen, bin ich für Hinweise dankbar. Ebenso, wenn Sie Informationen über Spielregeländerungen erhalten.

 

Erschienen am 13. Juni 2026.
Der Hartmut Walz Finanzblog ist unabhängig, kosten- und werbefrei. Ich erhalte für Links und Empfehlungen keinerlei Honorar, Kick-back, Beteiligung o. ä.

24 Kommentare zu „SpaceX und andere XXL-Börsengänge in den USA“

  1. Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Walz,

    vielen Dank für diesen Artikel.

    Ich habe in den letzten Tagen und Wochen verschiedene Beiträge dazu gelesen, wie das Risiko solcher Mega-Börsengänge für Index-Investor:innen bewertet werden kann. Bevor ich nun Ihren Artikel gelesen habe, war ich zu der Schlussfolgerung gekommen, dass das Klumpenrisiko für Personen, die in breite Indexfonds investiert sind und/oder investieren wollen, eher geringfügig ist, da (so meine anderen Quellen) die Indizes die Unternehmensgewichtung in der Regel nicht nach der gesamten Marktkapitalisierung des Unternehmens, sondern nach dem Gewicht von dessen frei handelbaren Aktien im Streubesitz vornähmen. Das würde bedeuten, dass zumindest bei SpaceX kein „Klumpen“risiko entstehen würde. Sehe ich das richtig? Das bedeutet natürlich nicht, dass der Fast-Entry-Prozess nicht bei anderen Börsengängen in der Zukunft noch zu einem größeren Problem führen kann.

    Gleichzeitig möchte ich Ihre Warnung in diesem Artikel nicht ignorieren. Erachten Sie die Behauptung, dass i. d. R. nach freiem Marktvolumen gewichtet wird, als falsch oder irreführend? Bzw. unter welchen Umständen würde das der Fall sein? Und falls es zutrifft, sehen Sie auch hier die Gefahr, dass sich der Gewichtungsmaßstab künftig verändern könnte?

    Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bianca

    Antworten
    • Liebe Bianca,

      vielen Dank für Ihren differenzierten und kenntnisreichen Kommentar. Vorab: Sie verwenden in diesem Kommentar den Ausdruck „Klumpenrisiken“ ausschließlich auf den Anteil eines Unternehmens am gesamten Investment – nicht einer Branche (Big Tech) oder eines Landes. Ich stimme Ihnen bei diesem Verständnis teilweise zu, dass bei wirklich breit gestreuten Welt-Indizes das reine Free-Float‑Prinzip Klumpenrisiken etwas dämpft.

      Meine Kritik richtet sich darauf, dass dieses Prinzip durch schnellere Index-Aufnahme (Fast Entry) mit der Folge eines sich selbst verstärkenden Kreislaufes sowie Sonderregeln, die den effektiven Einfluss eines Börsen-Neulings erhöhen können, in der Praxis zunehmend ausgehöhlt und umgangen wird.

      Gemäß den mir vorliegenden Quellen wurde die SpaceX-Aktie mit dem dreifachen der „normalen“ Free-Float-Gewichtung in den Index aufgenommen.

      Für die langfristige Index‑Anlegerin geht es aus meiner Sicht weniger um ein dramatisches Depotrisiko als um einen (kleinen) systematischen Nachteil und um die Frage, wie neutral und anlegerorientiert Indexregeln künftig tatsächlich noch sind.

      Problematisch ist vor allem, dass Index-Anleger ohne eigenes Zutun dazu beitragen, die Exit‑Möglichkeiten von Frühinvestoren und Spekulanten zu verbessern, während sie selbst zu erhöhten Kursen zwangsweise in die Börsen-Neulinge investiert werden. Index-Investoren sollten diese Entwicklungen kennen und in ihren Entscheidungen berücksichtigen, ohne gleich in hektischen Aktionismus zu verfallen.

      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  2. Ich kann und möchte hier weder einen fachlichen Input geben, noch eine weitere Diskussion eröffnen.
    Als berufstätig sehr stark eingespannter Mitbürger und Mitinvestor in indexbasierte ETFs bin ich einfach nur dankbar Teil der „Walzschen Community“ sein zu dürfen, in der ich soviel wertvolles Wissen in kompakter und aktueller Form erhalten darf.
    Deshalb einfach nur mal ein großes *** DANKESCHÖN ***, lieber Herr Walz.

    Mit hochachtungsvollen Grüßen für Ihre Leistung
    Ihr
    Christian H.

    Antworten
    • Das kann ich für mich auch so unterschreiben, deswegen schließe ich mich an. Vielen Dank Herr Walz für Ihren unermüdlichen Einsatz 🤗

      Beste Grüße
      Petra

      Antworten
  3. Vielen Dank, Herr Walz für den unaufgeregten und wieder sehr erhellenden Beitrag!

    Normalerweise konsumiere ich nur, heute will ich auch einmal etwas mit der Community teilen, das ich in den letzten Tagen entdeckt habe:.
    Seit Mai gibt es einen neuen Fond, der den FTSE All-World GDP-Adjusted Index nachbildet und damit Aktien aus Industrie- und Schwellenländern weltweit enthält. Die Ländergewichtung wird basierend auf dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) anstatt der Marktkapitalisierung angepasst. Damit dürfte die Übermacht der USA-basierten Aktien im Index gestoppt werden und China und Europa eine bessere Gewichtung im Index erhalten. Was halten Sie davon?

    Ich bin sehr froh gleich Anfang 2025 meine Neuanlagen auf Ex-USA umgestellt und die Schwellenländer zusätzlich aufgenommen zu haben. Das Zauberwort MSCi-World hat damals, auch und besonders durch ihre Beiträge, für mich massiv an Glanz verloren. Der Glauben an die magnificent seven, die jetzt noch um eine weitere Aktie angewachsen sind, hat m.M. nach inzwischen fast religiöse Ausmaße angenommen.

    Diversifizieren ist Trumpf. Jetzt halt in Eigenregie, mit dem nötigen Unterbau an Wissen durch ihre Artikel, Vorträge und Bücher und entsprechend der Maxime „Sei kein LEO“. Bitte erhellen Sie uns noch lange!

    Viele Grüße
    E. S.

    Antworten
    • Liebe/r E. S., herzlichen Dank für Ihren Hinweis – ich beobachte die von Ihnen beschriebene Innovation ebenfalls, halte sie aber nicht für so bemerkenswert, dass ich unseren Lesern eine „Breaking News“ geschickt hätte.

      Der FTSE All‑World GDP‑Adjusted Index bildet bisher wohl nur ein einziger ETF von Amundi nach (https://www.amundietf.de/pdfDocuments/kid-priips/IE000KCKFHE8/DEU/DEU/20260225 ) und dies (bisher) auch nur in der thesaurierenden Variante mit stolzen 0,3% p.a. Verwaltungsgebühren. Das Fondsvolumen ist aktuell noch sehr klein (einige Millionen Euro).

      Der zugrunde liegende FTSE All‑World GDP‑Adjusted Index ist eine Variante des klassischen FTSE All‑World, bei der die Länder proportional zum Anteil der jeweiligen Volkswirtschaft am globalen BIP gewichtet werden – also nicht zum Börsenwert.

      Durch diese BIP-Gewichtung sinkt die US-Dominanz im Vergleich zu klassischen marktkapitalisierten Weltindizes auf alle Fälle deutlich, während China, Indien, Brasilien und die Eurozone deutlich höhere Anteile erhalten, siehe Länderaufteilung im Index laut FTSE:
      file:///C:/Users/Anne%20Walz/Downloads/GDPWLDS_20260529.pdf

      Man kann es so formulieren, dass der Fonds eher die „Weltwirtschaft nach Wirtschaftsleistung“ als die „Weltbörsen nach Marktkapitalisierung“ abbildet. Gleichzeitig nimmt die Konzentration auf US‑Tech‑Konzerne spürbar ab, weil der Länderanteil der USA bereits deutlich niedriger ist. Dass diese Überlegungen meine grundsätzliche Zustimmung finden, wissen Sie aus einigen Blogbeiträgen. Jedoch gibt es auch gegenläufige Meinungen.

      Wer meinen Entklumpungs-Überlegungen folgen will, findet durch die Ergänzung eines echten Welt-ETFs mit Schwellenländeranteil durch 2-3 bewährte und kostengünstige Regionen-ETFs eine simple Problemlösung, die mit weniger als der Hälfte der Kosten des Newcomers auskommt – sowohl ausschüttend als auch thesaurierend.

      Herzliche Grüße und nochmals vielen Dank für Ihren Kommentar, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  4. Hallo Herr Walz,

    in diesem Artikel der Stiftung Warentest (https://www.test.de/Folgen-fuer-ETF-Anleger-SpaceX-landet-in-fast-jedem-Depot-6312506-0/) heisst es zu Solactive-Indizes: „Der Indexanbieter Solactive ergänzt sein Regel­werk für große Börsengänge. Diese können nun schon zehn Handels­tage nach der Börsen­einführung in Solactive Indizes aufgenommen werden. Statt die Bedingungen für ausreichenden Streu­besitz an eine Quote zu koppeln (Beispiel: mindestens 10 Prozent Streu­besitz), müssen die im Streu­besitz befindlichen Aktien einen Wert von mindestens einer Milliarde Dollar aufweisen.“

    Somit werden Solactive-Indizes-Investoren früher als erst nach 54 Tagen mit SpaceX-Aktien beglückt.

    VG
    Andrej

    Antworten
    • Lieber Andrej, danke für diesen Hinweis. Wir sichten und prüfen die Unterlagen mal – und aktualisieren dann ggfs. den Beitrag.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
    • Lieber Andrej, es gibt m.E. Stand heute keine öffentlich zugängliche, verlässliche Solactive Quelle, die konkrete Aufnahmedaten von SpaceX in die GBS Global Markets / GBS Global Markets All Cap oder andere Solactive Indizes offiziell bestätigt.

      Es gibt eine allgemeine Regelwerks‑Information (28. Mai 2026) nach Konsultationen zu „significant IPOs / Mega‑IPOs“ (Fast‑Track‑Behandlung), ohne SpaceX‑Termine namentlich zu nennen, https://www.solactive.com/announcements/64384 .

      Danach können IPOs als „Significant IPO“ einen beschleunigten Zugang erhalten, wenn sie bestimmte Schwellen überschreiten (insb. Free‑Float‑Marktkapitalisierung von mindestens 1 Milliarde US-Dollar):

      „Effective upon implementation, on June 30th, 2026, a Mega IPO that satisfies all applicable criteria will be eligible for inclusion in the relevant Solactive Core Benchmark indices as part of the scheduled quarterly Selection Day review. No intra-quarter fast-track additions will be made for these series.“

      Mit Inkrafttreten am 30. Juni 2026 sind Mega-Börsengänge, die alle geltenden Kriterien erfüllen, im Rahmen der planmäßigen vierteljährlichen Überprüfung am „Selection Day“ für die Aufnahme in die entsprechenden Solactive Core Benchmark-Indizes qualifiziert. Für diese Serien werden keine vorzeitigen Aufnahmen innerhalb des Quartals vorgenommen.“
      Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

      Die Änderung gilt für die in der Konsultation genannten Solactive-Benchmark-Serien, wobei zu beachten ist, dass die Solactive Global Benchmarks Series bereits eine entsprechende Bestimmung enthält.

      Phase 1, Inkrafttreten am 30. Juni 2026:
      Solactive Global Benchmarks Series
      Solactive United States Benchmark Series
      Solactive US Benchmark Series

      Daraus folgt:
      IPO‑Datum: 12. Juni 2026
      Nächster regulärer GBS‑Adjustment nach Juni: Anfang August 2026

      Damit bleibt selbst im Fast‑Track‑Szenario der Anker das nächste reguläre Quartals‑Rebalancing; „10 Handelstage nach IPO schon vollgewichtet im GBS‑Index“ ist aus dem GBS‑Regelwerk m.E. nicht ableitbar.

      Es verbleibt eine kleine Restunsicherheit, aber bei mir überwiegt die Zuversicht, dass die erheblichen Kurs-Turbulenzen der Anfangsphase (Stand 24.06. ist SpaceX ja kräftig im Minus) den Solactive-Anlegern erspart bleiben.

      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  5. Herzlichen Dank mal wieder für die ganz unaufgeregte Analyse rund um den Mischkonzern SpaceX…Das Wort Mischkonzern hörte ich erstmals bei Dr. Andreas Beck.
    Interessant fand ich die Info der Deutschen Börse: 17.06.26 22:59:05 – AKTIE IM FOKUS 3: SpaceX sinken erstmals nach fulminantem Börsen-Debüt (***Link vom Blogbeitreiber entfernt***)
    SpaceX ist nun immerhin das weltweit sechstwertvollste Unternehmen mit Stand der Schlusskurse. Der Glaube an SpaceX muss unglaublich hoch sein 😉

    Antworten
    • Lieber Peter Lutschiger, Glaube, Liebe, Hoffnung… oder so ähnlich 😉
      Danke für Ihren Kommentar.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  6. Sehr geehrter Herr Prof. Walz,

    ex-USA Fonds wären nur solange hilfreich, als dass XXL-IPOs immer aus den USA kämen (bzw. in US-Indizes an den Start gehen würden). Ob das auch in Zukunft so sein wird, wissen wir aus heutiger Sicht nicht. Langfrist-Anleger brauchen allerdings bereits heute langfristige Lösungen, ansonsten kann es – wie von Ihnen selbst festgestellt – hinterher z.B. steuerlich teuer werden.

    Können wir von den Regeln einzelner Indizes eines Anbieters wirklich pauschal auf deren Anwendung auf alle Indizes dieses Anbieters schließen, oder muss nicht immer der konkrete Einzelfall/-index geprüft werden?

    Meine persönliche Einschätzung:
    Unschöne Entwicklung, da man sich als langfristig orientierter Anleger aus IPOs gerne raushalten würde. Frühinvestoren könnten so tatsächlich einen Teil ihrer Gewinne auf Kosten von passiven ETF-Anlegern generieren. Für den einzelnen langfristigen Anleger dürfte es sich aber eher um einen kleinen systematischen Nachteil im Promille- bis niedrigen Prozentbereich über lange Zeiträume handeln und nicht um etwas, das die Grundlogik des globalen passiven Investierens infrage stellt.

    Eine spannendere offene Frage ist eher, ob die zunehmende Verlagerung von Wertschöpfung in private Märkte langfristig dazu führt, dass öffentliche Aktienindizes einen kleineren Teil des gesamten Unternehmenswachstums erfassen als früher.

    Antworten
  7. Dass Leute wie Musk die Verluste aus ihrem Größenwahn und ihrer Leichtfertigkeit jetzt zwangsweise auf die Kleinanleger dieser Welt um-lasten, finde ich unfassbar perfide – egal, wie wenig es pro Person ausmacht. Diese Macht des Stärkeren (und die Index-Regeln) gehört reguliert. Ich stehe kurz davor, mein Erspartes tw. in ETFs zu investieren und überlege – wg. der großen KI-IPOs und generell wegen der US-/Tech-Blase – die USA mittels S&P 500 abzutrennen, um die Gewichtung jetzt und in den kommenden Jahrzehnten besser steuern zu können. Bei den ex-USA-ETFs fand ich allerdings aufs Erste nur recht junge Produkte (theausrierend) und weiß über die Tracking Differences nicht Bescheid. Hat da wer Tipps? Und Frage zu Amundi: Gehe ich recht in der Annahme, dass die Zusammenlegungen v. a. das Ziel hatten, mit US-haltigen ETFs in Irland zu landen – und dass für die verbleibenden eher wenig Zusammenlegungsrisiko verbleibt? – Danke schon mal!

    Antworten
    • Liebe Michaela, Ihren Ärger kann ich gut verstehen (und bin mit der jüngsten Veränderungen der Index-Regeln auch nicht einverstanden). Vor allem der Zeitpunkt und die Schnelligkeit der Regeländerungen hinterlassen einen schlechten Beigeschmack.

      Trotzdem ist nun nüchternes Entscheiden angesagt, damit wir uns im Versuch, bestimmte Akteure zu bestrafen, nicht selbst (noch stärker) bestrafen.

      Zu den ETFs auf MSCI-ex USA finden Sie Hintergrundinformationen und konkrete ETF-Alternativen unter diesem Link: https://hartmutwalz.de/msci-world-ex-usa/ Das gibt es auch eine ausschüttende Variante und bei dem etablierten Anbieter sowie angesichts ordentlicher Fondsgröße würde ich das geringe Alter von ETFs hier nicht als Ausschlusskriterium sehen.

      Zu den steuerschädlichen Verlegungen des Domizils bei Amundi: Das war sicher kein Ruhmesblatt und hat die Interessen von Alt-Investoren verletzt. Ohne irgendwelche Insiderkenntnisse zu besitzen, halte ich jedoch weitere Zusammenlegungen oder Domizil-Änderungen als eher unwahrscheinlich. Zumindest im konkreten Fall (SpaceX) könnten Sie also mit dem Amundi Welt-ETF der im Blogbeitrag geschilderten Problematik ausweichen.

      Künftige Entwicklungen bleiben abzuwarten. Sicher werden die Medien künftig Veränderungen der Index-Regeln aufmerksam verfolgen.

      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
    • Vielleicht sehen Sie liebe Michaela, die IPO Thematik aus einer anderen Perspektive – ohne langfristige Risiken.
      Gern können wir uns dazu austauschen. Denn das Thema an sich ist in D völlig unterbelichtet.
      Herzliche Grüße
      Lutz Barthold

      Antworten
  8. Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag!!!
    Ich etwas verunsichert. Ursprünglich hatte ich mir überlegt, in den MSCI ACWI IMI UCITS zu investieren. Der wird immerhin auch von Finanztip empfohlen. Da die aber das Spiel, früher einzusteigen, auch mitspielen, ist mir nicht ganz klar, welche Alternativen es gibt. Eigentlich bleibt nur der Amundi Prime All Country World / ETF151. Der hat aber keine SmallCaps mit drin 🙁 Ist dafür aber unglaublich günstig. Andrerseit hat Amundi hat in den letzten Jahren mehrfach ETFs verschmolzen, teilweise mit spürbaren Folgen für Anleger. Ich bin jetzt ein wenig ratlos…

    Antworten
    • Liebe/r Micha, meine liebe und weise Großmutter sagte oft: „Man kann ein Bettlaken nicht an fünf Zipfeln anfassen.“

      Genau an diesen Satz musste ich bei Ihrer Mail denken.

      Mit Ihrem Wissen und Ihrer Entscheidung für ETFs statt kostenintensiver Zertifikate oder Versicherungsprodukte bewegen Sie sich bereits auf einem sehr hohen Niveau – gewissermaßen im Bereich Schulnote Eins. Dafür dürfen Sie sich ruhig Anerkennung geben.

      Ihre aktuelle Unsicherheit bei Themen wie Small-Cap-Prämien oder Fondsverschmelzungen spielt sich eher im Bereich zwischen „eins plus“ und „eins plus mit Fleißbienchen“ ab. In dieser Zone gibt es selbst unter Experten selten klare oder eindeutig richtige Antworten.

      Ich selbst habe mich über die ETF-Zusammenlegungen von Amundi zunächst geärgert, bin inzwischen aber etwas versöhnlicher. Die niedrigen Kosten der Weltfonds und der derzeit wohl einzige wirksame Nachhaltigkeitsansatz – aktives Engagement – sind für mich zumindest Aspekte, die ich anerkennen kann.

      Kein Tipp, keine Empfehlung – lediglich meine aktuelle Einschätzung.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

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  9. Das passt zwar nicht ganz zum Thema, sollte aber auch bedacht werden:
    Die Erdumlaufbahn wird von SoaxeX mit Millionen Satelliten und künftig vielleicht sogar mit Rechenzentren vollgestopft. Alle diese Satelliten werden nach dem Ende ihrer Nutzung entsorgt, indem man sie in der Erdathmosphäre verglühen lässt. Wer denkt eigentlich darüber nach, welche schädlichen Verbrennungsrückstände durch verglühende Sattelliten und Rechenzentren in der Atmospäre verbleiben und unsere Enkel belasten?

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  10. Das Musk das mit den selbstfahrenden Autos zu früh angekündigt hat ist zwar richtig ABER aktuell ist das tatsächlich Realität geworden. Bei uns in Deutschland ist es zwar nicht erlaubt aber in Amerika fahren Teslas komplett ohne Fahrereingriffe und das wenn man sich die Statistiken dazu ansieht auch sehr sicher und zuverlässig. Man kann also durchaus sagen das Musk manchmal etwas voreilig ist aber am Ende meistens Wort hält. Auch die Space X Raketen die nun wieder landen… das war vorher völlig undenkbar und jeder hat gesagt das geht nicht. Nun geht es aber scheinbar doch. Dr. Andreas Beck hat seine Meinung zu Musk auch geändert. Man kann von Musk halten was man will aber er ist ein unternehmerisches Genie.

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  11. Vielen Dank, lieber Prof. Walz für diese Informationen. Gibt es irgendwelche sinnvollen Möglichkeiten für die ETF Investoren gehen diese Umstellung vorzugehen? Beschwerden, Petitionen, Nachfragen bei ETF Anbietern,Klagen etc?

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      • Moin Hr. Walz,
        entscheidender als die „Wann wird der Wert in den Index aufgenommen“ scheint die Frage: „mit welcher Marktkapitalisierung (freefloat, multiple vom freefloat, etc)“?:
        Copilot:
        „Geschätztes Startgewicht im ACWI: 0,10–0,15 %, trotz Mega‑Bewertung, wegen des kleinen Freefloats“
        „In allen Indizes, die SpaceX aufnehmen, wird ausschließlich der Freefloat berücksichtigt.
        Da dieser extrem niedrig ist (3–7 %), wird das tatsächliche Indexgewicht winzig bleiben – typischerweise 0,05–0,15 %, selbst bei einer Bewertung von fast 2 Bio. USD.“
        Also mE viel Laerm um „nix“. Wenig bis kaum Auswirkungen auf breite Index-ETFs.
        LG Joerg

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        • Lieber Joerg,

          herzlichen Dank für Ihren Kommentar und die angestoßene Diskussion. In der Sache möchte ich jedoch einige Punkte kritisch einordnen.

          Die angeführte Co‑Pilot-Recherche greift meines Erachtens zu kurz, da sie die aus meiner Sicht problematische Aufweichung bzw. Aushebelung des Free-Float-Prinzips in einigen Index-Regelwerken eben leider nicht vollständig berücksichtigt.

          Der vom SpaceX-Börsenstart aufgewirbelte Staub hat sich noch nicht gelegt und kaum jemand kann in dieser frühen Phase die Folgen der Index-Veränderungen belastbar einschätzen.

          Jedoch ist es meines Erachtens zu spät, mit einer Einordnung zu warten, bis sich der Staub gelegt hat und alle Effekte ex post sichtbar sind.

          Meiner Recherche nach kann SpaceX im Nasdaq 100 binnen nur 15 Tagen nach dem IPO ein relevantes Indexgewicht erhalten, das nämlich beim Dreifachen des Float-Gewichts liegt.

          In der Einschätzung, dass andere globale oder US-Standard-Indizes z.B. der Anbieter MSCI, FTSE oder S&P die Free-Float-Begrenzung nach heutigem Stand beachten, stimme ich Ihnen zu. Trotzdem kommt hier eine beträchtliche Nachfrage durch „erzwungene Verkäufe“ (indexbedingte Umschichtungen) zusammen, die auf ein durch den kleinen Free Float begrenztes Angebot trifft.

          Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

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